Kosmetik für die Kirche

Kosmetik für die Kirche 
Ein Unternehmen aus Brunow (Landkreis Ludwigslust) übernahm die Reparaturarbeiten an der Kirche.
Birgit Hamann

GROß LÜBEN - Wenn man 105 Jahre alt ist, dann sind kleine Gebrechen erlaubt, auch bei Gotteshäusern. An der Groß Lübener Kirche zeigt sich das Alter im Mauerwerk und beim Dachaufbau des Kirchenschiffes. Eine Firma aus Brunow ist seit kurzem damit beschäftigt, das Mauerwerk zu verfestigen und Fugen abzudichten. In kleinen Schritten bewege man sich vorwärts, sagt der betreuende Architekt Richard-Albrecht Küsell aus Neuhausen. Je nachdem, wie die finanziellen Mittel fließen. Das bestätigt auch Pfarrer Norbert Merten. Die aktuellen Bauarbeiten mit einem Volumen von rund 35 000 Euro werden von der Landeskirche und dem Kirchenkreis Havelberg-Pritzwalk unterstützt. Geplant, so Küsell, habe man auch die Optimierung der Regenwasserableitung rings um die Kirche. Auf der Wunschliste steht zudem der Einbau der alten Fenster, die man öffnen könne, was die Durchlüftung deutlich verbessern würde.

Eine Frage des Geldes ist auch der Wiederaufbau des im Juli 1984 bei einem Sturm heruntergestürzten Kirchturmes. Dieses Projekt habe nach wie vor Priorität und sei planerisch inzwischen so weit fortgeschritten, dass in Kürze der Bauantrag gestellt werden könne, sagt Richard-Albrecht Küsell. Erst mit einer Baugenehmigung in der Hand mache es Sinn, sich um Fördermittel oder Stiftungsgelder zu bewerben. Einen guten Grundstock legte der Förderverein in den vergangenen fünf Jahren, sammelte 46 000 Euro ausschließlich aus Spenden. Damit erfüllt der Verein auch die entsprechenden Eigenkapitalvorgaben. "Mehr als 50 Veranstaltungen fanden in diesem Zeitraum statt", blickt Vereinsvorsitzender Bernhard Behrens zurück. Das nächste Mal wird am Donnerstag, dem 26. März, um 19.30 Uhr in die beheizte Winterkirche eingeladen, zu einem Reisebericht von Gerda Heusmann über Istanbul.

Vielleicht kommen ja zu diesem Termin noch ein paar mehr Gäste als sonst, denn die Kirche verfügt seit kurzem über eine kleine Annehmlichkeit, die bisher sehr vermisst wurde: ein Örtchen. Verein und Kirchengemeinde hatten sich gemeinsam um die Erfüllung dieses oft geäußerten Wunsches gekümmert.

Der Prignitzer vom 19. März 2009

   Zur Artikelübersicht