Verein rettet Steinbecker Kirche

Dorfkirche Steinbeck 

Steinbeck (MOZ) Der Förderverein Kirche Steinbeck kommt seinem Ziel, der Sanierung des Gotteshauses, ein großes Stück näher. "Wir haben jetzt die letzten Zusagen über Fördermittel erhalten", sagt die Vereinsvorsitzende Barbara von Eckardstein. Insgesamt stehen dem Verein 126 000 Euro zur Verfügung, um vor allem die Standsicherheit des um 1900 errichteten Gebäudes wiederherzustellen. Vier Monate sollen die Bauarbeiten dauern. Am Reformationstag, am 31. Oktober, soll die Kirche mit einem Bläserkonzert eingeweiht werden, kündigt die Vereinsvorsitzende an.

Von Steffen Göttmann

Für das 230-Seelen-Dorf, das von der vielbefahrenen Bundesstraße 158 durchschnitten wird, ist die bevorstehende Kirchensanierung eine große Leistung. Als sich der Verein 2002 gegründet habe, sei das Gotteshaus wegen akuter Einsturzgefahr "kirchenpolizeilich" gesperrt gewesen, erinnert sich Barbara von Eckardstein. Auf finanzielle Hilfe des Denkmalschutzes warteten die Vereinsmitglieder vergebens, weil das Gebäude nicht alt genug ist und sich viele wesentlich ältere Dorfkirchen in ebenso bedauernswertem Zustand befanden.

Daher ergriffen die Mitglieder die Initiative und sammelten Spenden, indem sie Benefizkonzerte organisierten, bei Festen im Dorf und den Nachbarorten den Imbiss übernahmen und Basare veranstalteten. Immerhin 20 000 Euro steuerte der Förderverein nun auf diese Weise aus Eigenmitteln bei. Die restliche Summe von 106 000 Euro teilen sich verschiedene Stellen der evangelische Kirche und das Land. Auch die Eigenmittel für den ersten Bauabschnitt 2004, als mit 40 000 Euro der Turm gesichert wurde, konnte der Verein so schultern. "Viele Leute unterstützen uns", sagt Barbara von Eckardstein. So stiften zahlreiche Kirchgänger ihre Kollekte dem Förderverein. Eine große Hilfe seien die Brandenburger Parforcehornbläser Berlin, die mehrfach Benefizkonzerte zugunsten der Steinbecker Kirche veranstalteten. Sie werden auch zur Einweihung wieder auftreten.

Mit den Bauarbeiten erhalte die Kirche einen neuen Dachstuhl und ein neues Dach, kündigte die Vereinsvorsitzende an. Zudem werden vom Schwamm befallene tragende Balken ausgetauscht, so dass die Standsicherheit des Gotteshauses wieder hergestellt wird. "Die Mauern drohen nach außen zu kippen", erläutert Barbara von Eckardstein. Ein Gerüst von Holzstützen verhindert derzeit Schlimmeres. Sie werden nach der Sanierung nicht mehr benötigt, so dass die Besucher das Innere der Kirche erstmals ohne Störfaktoren auf sich wirken lassen können. Allerdings bleiben die dunklen Flecken auf der ansonsten weißen Wand erstmal erhalten. Für frische Farbe fehlt das Geld. Der Förderverein muss also weiter Spenden sammeln. Da die Kirche während der Bauzeit gesperrt ist, weicht der Verein mit seinen Veranstaltungen auf den Festplatz und in die Wollenberger Kirche aus.

Weil das Geld nie reicht, haben die Mitglieder häufig selbst Hand angelegt. Vergangenes Jahr entrümpelten sie den Turm, verputzten den Vorraum zur Kirche neu, strichen die Bänke und errichteten draußen einen neuen Zaun. Auch die Sakristei wurde bereits in Eigenarbeit saniert.

Für Barbara von Eckardstein und ihre Mitstreiter ist die Kirche nicht nur Gotteshaus, sondern auch ein Kulturzentrum. Als die Vereinsvorsitzende und ihr Mann nach der Wiedervereinigung ihren landwirtschaftlichen Betrieb in Schleswig-Holstein an den Sohn übergaben und am angestammten Familiensitz der von Eckardsteins ihren Wald zurückkauften, wollten sie sich auch vor Ort engagieren. "Mich motiviert immer wieder die Herzlichkeit der Leute vor Ort", sagt sie.

Der Ort Steinbeck wird 1157 erstmals urkundlich erwähnt. Wann die erste Kirche gebaut wurde, ist nicht überliefert. In einem Visitationsbericht von 1573 taucht erstmals die Kirche auf. Damals wurde berichtet, dass sie eingestürzt sei.

Märkische Oderzeitung vom 17. März 2009

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