Kirchenpolitik: Von einem Verkauf der Buckower Kirche ist nicht mehr die Rede / Konzerte und Ausstellungen

Die Buckower Wallfahrtskirche bleibt im Dorf

Von Norbert Stein

BUCKOW Die evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland wird die Buckower Wallfahrtskirche behalten. "Die Kirche wird nicht verkauft. Alle Gedanken in diese Richtung haben sich erledigt", sagt dazu Andreas Tutzschke, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. Vor einem Jahr hatte der Gemeindekirchenrat zu einer öffentlichen Versammlung geladen und mitgeteilt, dass ein Künstler Interesse an der Kirche in dem Dörfchen bei Nennhausen hat. Das entfachte eine heftige Diskussion in Buckow und den Nachbardörfern. Die Dorfkirche ist zwar in einem ordentlichen Zustand, in ihr werden aber schon längere Zeit keine Gottesdienste mehr abgehalten. Nur selten betritt ein Buckower das Gotteshaus. So gab es auch in den Reihen des Gemeindekirchenrates Befürworter der Verkaufspläne. Angesprochen wurde auch die Möglichkeit, dass Kirchengemeinde und Künstler das Gebäude gemeinsam nutzen. Die evangelische Reformationsgemeinde ist für insgesamt 16 Kirchen zuständig. Viele dieser Gotteshäuser sind in schlechtem Zustand und müssen saniert werden. Doch dafür fehlt das Geld. Der Verkauf einer Kirche hätte für die Zukunft zumindest eine Sorge weniger bedeutet. In den vergangenen Monaten hatte der Kaufinteressent allerdings kaum noch Kontakt gehalten, so Andreas Tutzschke.

Aktiv wurden hingegen Mitglieder der Kirchengemeinde und Einwohner aus Buckow und dem Nachbardorf Garlitz sowie des Fördervereins zum Erhalt alter Dorfkirchen im Land Brandenburg. Mit Ausstellungen und Veranstaltungen hauchten sie der Buckower Kirche wieder Leben ein. Das Gastspiel der "Spandauer Schilfhornbläser" war der vielversprechende Anfang. Inzwischen gehört die Buckower Kirche zu den "offenen Kirchen" im Land Brandenburg. Auf einer Informationstafel am Eingang ist zu erfahren, wo man einen Schlüssel für die Kirche erhält. Sie kann also jederzeit besichtigt werden.

Das Gotteshaus wurde vor rund 700 Jahren errichtet. Die Kirche diente als Wallfahrtsort. Überliefert ist, dass es einen Gesundheitsbrunnen und eine Wunderstätte im Kirchhof gegeben haben soll. Die Funktion als Wallfahrtskirche erklärt, weshalb das Gebäude so groß ist.

Die Kirche ist ein Backsteinbau mit quadratischem Westturm. Im Süden führt ein mehrfach abgestuftes Portal ins Innere. Barockes Gestühl, Kastenbänke mit reichlich verzierten Türen sowie ein barocker Kanzelaltar machen die Wallfahrtskirche zu einem bemerkenswerten Denkmal.

Märkische Allgemeine vom 13. März 2009

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