BAUGESCHICHTE: Döllener gegen den Zahn der Zeit

Förderkreis soll Sanierung der alten Feldsteinkirche ermöglichen

DÖLLEN - Die Döllener besingen ihr "Dorf im Tal" und sogar ihre "Kirche auf dem Berge". In den vergangenen 20 Jahren tat sich im Dorf viel in Sachen Verschönerung. Ansehnlich ist auch die alte Feldsteinkirche vom Ende des 13. Jahrhunderts am Dorfrand.

1864 war das Gotteshaus komplett umgebaut worden. Die Kosten übernahm damals die königliche Regierung. Döllener Bauern mussten Hand- und Spanndienste leisten. Die vorerst letzte umfangreiche Renovierung erlebte der Bau im Jahre 1989 – ebenfalls mit staatlicher Förderung.

In den ersten Jahren nach der Wende erhielt die Kirche eine Heizung; die historisch bedeutende Hollenbach-Orgel wurde restauriert; neue Kronleuchter spenden seitdem Licht. Zu den jüngsten Fortschritten zählten die Reparatur des Glockenstuhls und die Restaurierung der Glocken. Auch dank privater Spenden wurde dies erst möglich. Besonders dabei hervorgehoben wird die Familie Marks aus Amerika, aber auch Döllener und Freunde des Dorfes bzw. seiner Kirche.

Nun stehen der Gemeindekirchenrat mit seinem Vorsitzenden Jürgen von Freymann und die Gemeindeglieder aus Döllen und Zarenthin vor neuen Herausforderungen. Die entspringen dem Ergebnis einer Baubesichtigung der Kirche durch Vertreter des Kirchenkreises. Längst nagen wieder Holzwürmer am Gebälk und der Zahn der Zeit am Mauerwerk.

Das Ehepaar Rau, Eigentümer und Bewohner der alten Schule (gebaut um 1870) am Fuße der Kirche, engagiert sich u. a. kulturell für Döllen, sehr auch auf dem Friedhof und für die Kirchengemeinde samt Gotteshaus. Werner Rau: "Das mit den Fassaden- und Mauerschäden beobachten wir schon länger. Nicht nur wir haben Sorgen, dass die Hohlraumschäden in den Fugen beschleunigt zunehmen. Der Frost tut ein Übriges. Kleinere Steine sind schon rausgefallen."

Eine Sanierung tut dringend not. Gemeindekirchenratsvorsitzender von Freymann hat außerdem so etwas wie einen Herzenswunsch. Der ehemalige Hannoveraner möchte den 1968 entfernten Dachreiter auf dem Kirchturm wieder errichten – gewissermaßen Sahnehäubchen auf Döllens historischem Wahrzeichen.

Die Realisierung all dieser Vorhaben findet die Zustimmung des Kirchenkreises, des Landkreises sowie der Denkmalschützer. Doch in absehbarer Zeit fehlt dafür das Geld. In jedem Fall müsste Döllen einen Eigenanteil von 30 bis 50 Prozent aufbringen.

Der Gemeindekirchenrat will nun beginnen, diese hohe Hürde zu nehmen, um 2010 öffentliche Mittel beantragen zu können. Jürgen von Freymann: "Wir wollen dafür den ,Förderkreis der Kirche auf dem Berge zu Döllen’ gründen. Wir hoffen auf Mitglieder und Freunde, die bereit sind, den Erhalt unserer Kirche finanziell zu unterstützen bzw. Gelder einzuwerben." Die Gründungsversammlung des Vereins findet am Freitag, dem 30. Januar, um 19.30 Uhr in der Kirche statt. (Von Hajo Nitschke)

Märkische Allgemeine vom 24. Januar 2009

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