Förderantrag ist verschwunden

Von Ines Rath

Dolgelin 

Dolgelin/Wriezen (MOZ) Das Bemühen des Fördervereins Dorfkirche Dolgelin um die Sicherung und Wiedernutzbarmachung der Kirchenruine scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Ein erster Förderantrag war vor Jahren am Antragsstau gescheitert. Nun sollen die Unterlagen im Wriezener Büro der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Oderland verschwunden sein.

Sie habe die Mappe mit den Antragsunterlagen Anfang Juni 2008 in das Wriezener LAG-Büro geschickt und am 6. Juni auch eine Eingangsbestätigung erhalten, sagt Heike Schulze, die Vorsitzende des Kirchenfördervereins. Der Bitte um das Übersenden der Unterlagen als word-Datei war der für die Kirchengemeinde zuständige Mallnower Pfarrer Martin Müller nachgekommen. Wieder habe es eine, diesmal fernmündliche, Eingangsbestätigung gegeben, so die Vereinsvorsitzende. Und die Bitte um Geduld angesichts der Sommerpause.

Als sich nach deren Ende nichts tat, fragte Martin Müller im Wriezener LAG-Büro nach und erfuhr: Der Dolgeliner Antrag läge nicht vor! "Ich bin stinksauer", erklärte der Pfarrer jetzt auf MOZ-Nachfrage. Er will dennoch nicht aufgeben. "Wir wollen den Antrag neu stellen. Aber dazu sollen wir jetzt noch eine Bescheinigung der Denkmalbehörde über die überregionale Bedeutsamkeit der Dolgeliner Kirchenruine beibringen", so Martin Müller. Angesichts vor allem der seltenen mittelalterlichen Putzritzzeichnungen in der Westwand der Ruine schien die Forderung kein Problem zu sein. Doch die Denkmalbehörde zögerte.

In der vorigen Woche fand eine Beratung mit Vertretern des kirchlichen Bauamtes und der Denkmalschutzbehörde statt. "Wir sollen die Bescheinigung jetzt bekommen", sagt Martin Müller. Heike Schulze könnte zur Untermauerung den Brief eines Doktoranden aus Düsseldorf beilegen, den sie im November erhalten hat. In dem Brief bittet der Akademiker um Informationen zum Zustand der Putzritzzeichnungen vom Heiligen Adalbert, deren "Besonderheit in der Fachliteratur bekannt" sei.

Mit dem Fördergeld wollen Förderverein und Kirchengemeinde zunächst den einsturzgefährdeten Westgiebel sichern und ein Dach aufbringen. Und zwar in historischer Form. Das würde es auch ermöglichen, die Ruine wieder zu nutzen. Das ist derzeit nicht möglich, weil "immer wieder Steine aus der Mauer fallen", wie Heike Schulze weiß. Die Sicherung ist nicht zuletzt wegen der direkten Nachbarschaft der Kirchenruine zur Grundschule dingend nötig.

Märkische Oderzeitung vom 21. Januar 2009

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