SANIERUNG: Der Putz bröckelt von der Kirche

Gotteshaus im historischen Ortskern von Märkisch Wilmersdorf soll gerettet werden

MÄRKISCH WILMERSDORF - "Es sieht böse aus und es potenziert sich", sagt Pfarrer Stephan Michalsky angesichts von bröckelndem Putz und aufsteigender Nässe. Aber nicht nur bei der Trockenlegung der Fundamente besteht Handlungsbedarf. Wenn nicht bald mit der Dachsanierung des Kirchenschiffs begonnen wird und wenn nicht die angefaulten Deckenbalken ausgetauscht, der Wasser- und Schneeeintritt zwischen Dach und Kirchturm verhindert wird, dann sei das Gotteshaus als Kirche für die nächste Generation nicht mehr zu nutzen, so Michalsky weiter.

Es ist die 14. Kirche, deren Sanierung der Pfarrer im Laufe seiner Amtszeit in Angriff nimmt. In Märkisch Wilmersdorf steht ihm Hans Krag vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. zur Seite. Von den 1400 Dorfkirchen des Landes Brandenburg seien 700 instand gesetzt, 200 Kirchen allerdings blieben unzugänglich und für die Öffentlichkeit gesperrt, bedauert Krag. Als Schwerpunkt sehe man die Gewinnung von Dorfgemeinschaften sowie die Unterstützung lokaler Fördervereine. So gründete sich im April 2005 der Förderverein Dorfkirche Märkisch Wilmersdorf. Zu den Gründungsmitgliedern gehören Stephan Michalsky und die Ortsvorsteherin und Kirchenälteste Sylvia Zimmermann. Im Dezember letzten Jahres trat der Kunstgalerist Michael Werner dem Verein bei. Werner hatte vor Jahren das Märkisch-Wilmersdorfer Schloss gekauft und grunderneuert.

"Jetzt finanziert er die Architektenleistung zur Erneuerung der Dorfmitte", freut sich Sylvia Zimmermann. Noch in dieser Woche werde man sich mit dem Architekten in Trebbin treffen.

"Die Ortsmitte gehört entwickelt, wir arbeiten schon lange daran", sagte die Ortsvorsteherin am Montag. Der Dorfkern soll historisch belassen werden. Die Dorfstraße, die derzeit ein holpriger ausgefahrener Sandweg ist, wird eine Pflasterung bekommen. Außerdem werde die Möglichkeit geprüft, ob am Spielplatz, wo Gas- und Wasseranschluss vorhanden sind, ein Dorfgemeinschaftshaus im "historischen Gewand" stehen könnte.

Und was die Sanierung der Kirche betreffe, so sei auch die Stadt Trebbin als Kommune gefordert, sich an den Kosten zu beteiligen, zumindest bei der ehemaligen Gruftkapelle, die als weltliche Trauerhalle genutzt werde, meint Pfarrer Michalsky. (Von Gudrun Ott)

Märkische Allgemeine vom 21. Januar 2009

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