RESTAURATION: Blick durch die Fenster

Der Förderverein Jakobikirche will Glasmalereien erhalten

LUCKENWALDE - Die renommierte Glasrestauratorin Ilona Berkei hat sich kürzlich die Fenster der Luckenwalder Jakobikirche angesehen, weil diese in naher Zukunft restauriert werden müssen. Die Diplom-Restauratorin ist spezialisiert auf Glasmalerei. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie in Leipzig und ihre restauratorische Ausbildung im Pergamon-Museum in Berlin. Ilona Berkei hat in Eichwalde, wo sie wohnt, einen Großteil der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Fenster in der evangelischen Kirche restauriert und rekonstruiert. Gern würde sie auch in der Jakobikirche Hand anlegen. Doch bis es überhaupt soweit ist, haben die Mitglieder des Fördervereins noch einen Berg an Arbeit vor sich. Fest steht, dass dieses Vorhaben nicht ohne Fördermittel bewältigt werden kann. Die Glasmalereien in der Jakobikirche stammen aus dem 19. Jahrhundert und entstanden im königlichen Institut für Glasmalerei in Berlin-Charlottenburg. Ilona Berkei glaubt, dass ein solches Ensemble an Glasmalerei heute eher die Ausnahme ist.

Besonders in den alten Bundesländern gab es so aufwändig bemalte Fenster. Allerdings wurde viele dieser Kirche in den fünfziger Jahren renoviert und modern gestaltet. Somit dürfte die Luckenwalder Jakobikirche etwas Besonderes sein.

"Wir werden unsere Nachforschungen jetzt in alle Richtungen anstellen. Auch was den Denkmalschutz betrifft", sagt Margitta Haase vom Förderverein. Nach ersten Schätzungen würde es sich um eine Investitionssumme von rund 200 000 Euro handeln. "Wenn der denkmalpflegerische Wert so erheblich ist, dann müsste man versuchen, an Fördermittel zu kommen", fügt Margitta Haase hinzu. Dies allerdings würde die nächste Frage aufwerfen. "Wenn es tatsächlich Fördermittel gibt, müssen auch Eigenmittel zur Verfügung stehen. Aber woher nehmen? Doch auch da wird der Förderverein hoffentlich einen Weg finden", so Margitta Haase. (Von Margrit Hahn)

Märkische Allgemeine vom 08. Januar 2009

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