Vorsitzende will 2009 den Rückzug antreten

Von Viola Petersson

Taubenturm 
Jüngste Errungenschaft des Denkmal-Vereins: das Redern-Museum im Taubenturm von Glambeck. Im Herbst vorigen Jahres war die Dauerausstellung im Beisein von Minister Reinhold Dellmann sowie von Nachfahren der Familie eröffnet worden.

Friedrichswalde (MOZ) Vor neun Jahren war die Fachwerkkirche Glambeck von Bischof Huber wieder geweiht worden. Seitdem ist das kleine Gotteshaus nicht nur ein Ort für Gebete, sondern auch eine Stätte der Kultur. Der Denkmal-Verein stellte jetzt das Programm für 2009 vor.

Die Glocke läutet - seit nunmehr neun Jahren wieder. Es klingt wie Musik. Und mit Musik geht der Verein Denkmale Glambeck auch ins zehnte Jahr nach der Rettung des kleinen Gotteshauses am Rande des Barnims. Aber auch mit einem etwas mulmigen Gefühl, wie Vereinsvorsitzende Heimtraud Eichhorn bei der Präsentation des Spielplans für die 2009er Konzertreihe gesteht. "Denn unseres Wissens ist die Glocke bis heute nicht bezahlt."

Allerdings sind weder der Verein noch Pfarrer Ralf Schwieger Auftraggeber. Die Glocke von Glambeck war bereits 1772 gegossen worden - in der Gießerei Fuchs in Berlin. Auf Geheiß des damaligen Kirchenpatrons, Hauptmann von Holwede, der sich des gesamten Kirchenvermögens bemächtigt hatte. "Eine Quittung vom Begleichen der Rechnung wurde nie gefunden", so Eichhorn.

Ungeachtet dessen kann sich der Pfarrer am Klang erfreuen. Ebenso wie an all den anderen Veränderungen der vergangenen Jahre. "Es ist soviel passiert", schwärmt der Pfarrer und benennt auch sogleich die Mutter des Erfolgs: Heimtraud Eichhorn. In Abwandlung der Jahreslosung "Was bei uns Menschen nicht möglich ist, ist bei Gott möglich" könne man hier sagen "Und was bei Gott nicht möglich ist, das ist in Glambeck möglich", so Schwieger.

Die so Gelobte erklärt indes, dass sie in diesem Jahr den Vorsitz abgeben werde. "Drei Jahre lang habe ich das ja schon angekündigt." Nun wolle sie ernst machen. Schließlich werde sie im Sommer 75. "Wobei ich bereit bin, die Konzerte weiterzuführen." Die Reihe, ebenfalls 2000 aus der Taufe gehoben, habe sich zu einer kleinen Erfolgsgeschichte entwickelt. Sowohl in puncto Besucher- wie auch in puncto Künstlerresonanz. "Inzwischen haben wir im Vergleich zur Anzahl der Konzerte das Fünffache an Bewerbungen." Und dies, obgleich der Verein Denkmale Glambeck bei Honoraren nicht mit anderen Veranstaltern mithalten kann.

Die Konzertreihe ist aber keineswegs die einzige Initiative des Glambecker Vereins. Zu den Errungenschaften bzw. Verdiensten gehören unter anderem auch die Eröffnung des deutschlandweit ersten Redern-Museums 2008 im Taubenturm oder das vor einigen Jahren ins Leben gerufene Neumann-Seminar, wie Eberhard Neumann-von Meding, Mitglied des Vorstands, ergänzt. Für den 18./19. September ist bereits die fünfte Auflage geplant - und zwar als Kombination aus Lehrerfortbildung und Schülerworkshop. Um gerade für die Jugend die Attraktivität und auch den praktischen Bezug zu erhöhen, habe man Kontakt zu drei Firmen in der Region aufgenommen, einem Metallbauer sowie Unternehmen im Bereich Solar- und Windenergie. Zudem sei der Verein der bundesweiten MINT-Initiative beigetreten.

Natur - Kultur - Geschichte, mit diesem Dreiklang wolle der Verein Denkmale Glambeck auch 2009 werben, sagt Heimtraud Eichhorn. Dazu werde man bei den "Kulturfesten Brandenburg" für Touristen auch Pauschalangebote offerieren, gemeinsam mit dem Biorama-Projekt in Joachimsthal, mit der Reederei Wiedenhöft am Werbellinsee sowie dem Café Wildau.

Herzstück der Arbeit aber bleiben die Konzerte. Das erste ist bereits Geschichte. Am 1. Januar begrüßten Götz Bernau (Violine) und Eckehard Scholl (Klavier) musikalisch das neue Jahr. Weitere 15 Konzerte stehen auf dem Spielplan, darunter sieben im Rahmen der "3. Glambecker Claviermusiken". Ferner sind Ausstellungen geplant. Und der Verein wird sich auch wieder am Museumstag, am Tag des offenen Ateliers sowie am Tag des offenen Denkmals beteiligen.

Auszug aus dem Veranstaltungskalender des Vereins Denkmale Glambeck:

17. Januar: Konzert "Ein-, zwei-, drei- und vierhändig auf dem Piano" mit Madalina Pasol und Andras Vermesy (beide Rumänien)
25. Januar: Ausstellung und Andacht "Ziegel Rot", Arbeiten der Malerin Annette Strathoff
21. Februar: Konzert "Erlesen - improvisiert" mit jungen Pianisten der Berliner Hochschule für Musik
21. März: Konzert "Große Jubiläen (2)" mit dem Pianisten Andreas Göbel
22. März: Ausstellung und Gottesdienst "Bild und Seele" (7), Kunstkurs der Hoffnungstaler Werkstätten
12. April: Konzert "Klassik am Ostersonntag" mit dem Telemannischen Collegium Michaelstein
16. Mai: Konzert "Zigeunerweisen" mit dem Duo "Appasionata"
Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 15 Uhr, Platzreservierungen unter Tel. 0160 92982072

Märkische Oderzeitung vom 07. Januar 2009

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