SANIERUNG: Die erste Etappe

In der Selbelanger Dorfkirche haben jetzt die Handwerker das Sagen

SELBELANG - Wer den wunderschönen Kanzelaltar in der St. Nikolai-Kirche zu Selbelang (Dorfkirche des Monats März 2005) in voller Pracht sehen will, muss sich mindestens bis zum Frühjahr gedulden. "Nach dem Gottesdienst am Heiligen Abend wird er jetzt eingerüstet und so geschützt, damit bei den Bauarbeiten nichts passieren kann", sagt der Vorsitzende des Fördervereins der Selbelanger Dorfkirche Erich Wallbaum.

Mit einiger Verspätung aber immerhin noch im alten Jahr hat der erste Abschnitt der Sanierung des Gotteshauses begonnen. "Das durch Risse in Mitleidenschaft gezogene Mauerwerk im Bereich von Absis und Chor sowie das Dach sind die dringendsten Maßnahmen", erklärt Architekt Arndt Hermann von der Firma pha aus Ribbeck. Kurz vor Weihnachten sind die Dachdecker angerückt und haben bereits die alten Ziegel abgenommen. Wie viele von ihnen wieder verwendet werden können, ist noch unklar.

Die denkmalgeschützte Kirche ist, so vermutet der Fördervereinschef, durch Konstruktionsfehler und faulende Balken in Schieflage geraten. Eine Wand neigt sich vom Schiff weg", so Wallbaum. Im Vorjahr hat die Kirchengemeinde Retzow, Ribbeck, Selbelang zwei neue Balken im Dachstuhl einsetzen lassen, so dass das Holzgebilde jetzt besser zusammengehalten wird.

Bis zum Frühjahr sollen nun auch Schäden an den Fenstern, der Gründung sowie die Mauerwerksfeuchtigkeit beseitigt werden. Dafür sind rund 70 000 Euro nötig. Den Löwenanteil von 35 Prozent trägt die Kirchengemeinde, 20 Prozent übernimmt die Landeskirche Berlin-Brandenburg, 22 Prozent die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 13 Prozent bringt der Förderverein auf und zehn Prozent der Kirchenkreis Nauen-Rathenow, sagt Pfarrer Frank-Norbert Möhring. Die laut Sanierungskonzept für 2010 geplante Erneuerung des Turmes und des Kirchenschiffes könne man erst realisieren, wenn weitere Spender gewonnen würden. Auch eine Aufgabe des Fördervereins, der mittlerweile 30 Mitglieder zählt. (Von Jens Wegener)

Märkische Allgemeine vom 31. Dezember 2008

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