RETTUNG: Bekrönung war ein Ereignis

Die Arbeiten an der Dorfkirche in Glienicke liegen im Zeitrahmen

GLIENICKE - Mehrere Zeitungsartikel aus dem "Dosse-Kurier" über die Sanierung der Glienicker Dorfkirche (Dorfkirche des Monats November 2008), vollständige Münzsätze der Numismatiker, Schriftstücke der Pfarrer, eine aktuelle Liste der Einwohner von Glienicke, Zeichnungen der Kirche aus dem Landeshauptarchiv, ein Bastelbogen und vieles mehr befinden sich jetzt in der Kugel der Glienicker Kirche.

Die Bekrönung einer Kirche ist ein Ereignis, das nicht alle Tage zu erleben ist. So verwunderte es niemanden, dass die Dorfkirche in Glienicke am Sonnabend wirklich voll war. Selbst alle Stehplätze waren ausgebucht: "Es wäre schön, wenn die Kirche auch künftig so voll wäre. Und das nicht nur am Anfang, wenn das Veranstaltungangebot noch relativ neu ist", war von einer Kirchenbesucherin im dichten Gedränge zu hören.

Dass ein weiterer, wichtiger Meilenstein in der Sanierungsgeschichte der Schinkelkirche gesetzt wurde, freute auch Heike Glasneck vom Schullandheim in Schweinrich: "Für unsere Ferienkinder ist die Kirche ein wunderbares Ausflugziel. Sie lernen die Region kennen, erfahren mehr über Denkmäler, sie erleben die Kirche als Kulturstätte. Und ganz besonders etwas über diese Schinkelkirche. Für die es ja bereits einen Bastelbogen für Kinder und Jugendliche gibt. Und auch das Dorf ist schon etwas Besonderes. Jetzt müsste nur noch der Radweg zwischen Wittstock und Schweinrich gebaut werden, dann wäre alles perfekt."

Auch die Einwohner und Anwohner in der Umgebung und vor allem die Glienicker fühlen sich in ihrer Arbeit bestätigt. In den zurückliegenden Jahren bewiesen sie einen langen Atem. Auch, als der Stillstand im Herbst 2005 kam, haben sie sich davon nicht unterkriegen lassen. Es wurde eifrig weiter geworben und Spenden für die Sanierung eingesammelt. Von den anfänglich geplanten Baukosten über 150 000 Euro hat sich die Bauwerksrettung auf bereits 265 000 Euro verteuert. Der Ausbau des Nebengebäudes war dazugekommen. "Zu einem kulturellen Zentrum gehört auch funktionale Infrastruktur", sagte die Architektin Bärbel Kannenberg. 75 Prozent der Nettobausumme sind Fördermittel der Europäischen Union. Das mache immerhin etwa 160 000 Euro aus. Auch die Gemeinde Heiligengrabe, der Denkmalfonds des Landkreises, die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin und das Amt für Arbeitsmarkt unterstützen die Sanierung.

Enge Zusammenarbeit gibt es auch zwischen Förderverein und Kirchengemeinde. So sammelten erst kürzlich wieder die Mitglieder des Fördervereins Spenden. Die Einnahmen aus diesen Sammlungen und das Geld der Kirchengemeinde brachten bisher 45 000 Euro als Eigenmittel. (Von Madlen Wirtz)

Märkische Allgemeine vom 15. Dezember 2008

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