Kirche soll aus ihrem Schlaf erwachen

Von Jan C. Weilbacher

Innenraum der Gosener Kirche 
Ambitioniert: Thomas Schölzchen und die anderen Mitglieder des Fördervereins wollen den Innenraum der Gosener Kirche sanieren.

Gosen (GMD)Seit der Einweihung der Gosener Kirche im Jahr 1914, ist der Innenbereich nicht renoviert worden. Dass sich das ändert, darum bemüht sich der in diesem Jahr gegründete Förderverein. Das Denkmal soll nicht nur kirchlich genutzt, sondern dauerhaft auch ein Ort für Kultur werden.

Die Kirche muss aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und mehr genutzt werden. Das sagt Thomas Schölzchen vom Förderverein der Dorfkirche Gosen. Im Sommer habe es zwar bereits zahlreiche Veranstaltungen gegeben, die gut besucht gewesen seien, so der 42-Jährige. Angestrebt wird aber eine dauerhafte kulturelle Nutzung. Konzerte könnten das sein oder Theateraufführungen. Das Gotteshaus soll sich mit Leben füllen.

Und es muss saniert werden. Auch das hat sich der Förderverein, der derzeit 17 Mitglieder hat, zum Ziel gesetzt. Denn: "Die Kirche ist ein Identifikationspunkt im Ort", sagt Schölzchen. Das Dach wurde bereits in den 90er Jahren neu gedeckt, doch im Inneren ist nichts gemacht worden. So gibt es an den Wänden und an der Decke Wasserschäden. Es muss gestrichen und die Heizung erneuert werden. Der löchrige Kessel für Kohle und Holz wird durch eine Gastherme ersetzt. Zudem braucht die Orgel einen zusätzlichen Motor. Das Gebläse wird noch per Hand betrieben, was ziemlich anstrengend sein kann. Und nicht zuletzt muss der Wetterhahn auf der Kirchturmspitze, der 2006 bei einem Unwetter abgeknickt ist, wieder angebracht werden. "Für viele ein sichtbares Zeichen, ob es vorangeht", sagt Schölzchen.

Bis 2014, zum 100-jährigen Jubiläum, soll alles geschafft sein. Der Förderverein schätzt die Gesamtkosten auf bis zu 200 000 Euro. Finanzieren will man die Sanierung aus Fördermittel und Spenden. Damit die reinkommen, müssten aber auch weiter kulturelle Veranstaltungen in der Kirche stattfinden, so Schölzchen. Die Bedingungen dafür will man mit einer neuen Heizung verbessern. "Zurzeit werden die Angebote eingeholt", so der 42-Jährige. Zuvor wird noch die Pflasterung des Kirchenvorplatzes angegangen. "Wenn es regnet ist hier ein Sumpf." Speziell für dieses Vorhaben läuft in dieser Woche bereits eine Spendenaktion im Ort. Die Steine stellt die Gemeinde zur Verfügung.

Bislang war der Förderverein aber alles andere als untätig. So wurden unter anderem der Dachboden entrümpelt und die Außenanlage von Wildwuchs befreit - ein Anfang auf dem Weg bis zum Jubiläum.

Märkische Oderzeitung vom 03. Dezember 2008

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