KIRCHE: Kirchen-Föderkreis Glöwen nahm 2500 Euro Spenden ein

Dach der Dorfkirche war nicht mehr tragfähig / Gottesdienst zu Heiligabend

GLÖWEN - 14 Mitglieder hat der Förderkreis zur Bewahrung der Kirche im Dorf Glöwen. Das ehrenamtliche Gremium wollte sich am Sonnabend über den Fortgang der Kirchendachsanierung informieren. Im Jahr 2002 haben es sich die Aktivisten zur Aufgabe gemacht, Geld für die Sanierung des Kirchengebäudes einzuwerben. Immerhin 2567 Euro Kleinspenden kamen bislang zusammen, verkündete Vereinsvorsitzender Jörg Szyszkowitz. Er dankte dem Landkreis, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Gemeinde Plattenburg, der Kirchengemeinde selbst, der Landeskirche Berlin-Brandenburg und zahlreichen anderen kirchlichen Stiftungen für die Fördermittel.

220 000 Euro kostet die Sanierung, sagte Pfarrer Hans-Dieter Kübler. Er hofft, dass es möglich sein wird, dass Heiligabend in der Kirche ein Gottesdienst stattfindet. Derzeit schützen weiße Planen das Dach der am 16. Dezember 1877 nach zweijähriger Bauzeit eingeweihten Glöwener Kirche. Wenn es das Wetter zulässt, sollen in dieser Woche die neuen Dachsteine aufgelegt werden.

Andreas Nisse vom IBS-Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung in Dahlwitz-Hoppegarten erläuterte anhand von Lichtbildern die bisherigen Sanierungsarbeiten, die das Baudenkmal-Pflegeunternehmen Gottschalk aus Friesack übernommen hat. "Es gab umfangreichen Schwammbefall. Mauerwerk und Teile der Dachkonstruktion mussten erneuert werden", sagte er.

Das Problem war, dass die Deckenkonstruktion auf dem Mauerwerk auflag und die Decke die Dachkonstruktion tragen musste. Durch das Verfaulen der Balkenauflagen drückte die Last des Dachs nun auf die Seitenwände, so dass es zu Ausbeulungen (vor allem im Traufbereich an der Südseite) und Rissen in Kirchenschiff und Apsis kam. "Das Dach war statisch nicht mehr tragfähig", sagte der Architekt. Die das Mauerwerk berührenden Balken waren von der Nässe stark beschädigt. So wurden Balkenenden neu angeschuht und neue Schwellbalken eingezogen. Das Mauerwerk von Kirchenschiff und Turm wurde neu verfugt oder wo nötig ersetzt. Eine Besichtigung der Arbeiten, bei denen übrigens auch die ursprüngliche Innenausmalung freigelegt wurde, beschloss die Veranstaltung. (Von Wolfram Hennies)

Märkische Allgemeine vom 02. Dezember 2008

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