Hoffen auf den dritten Bauabschnitt

Von Anett Zimmermann

Festgottesdienst 
Es bleibt viel zu tun: Der Abschluss des zweiten Bauabschnitts in der Altlandsberger Stadtkirche wurde jetzt mit einem Festgottesdienst gefeiert. Die Innensanierung soll später folgen.

Altlandsberg (MOZ)Die Gerüste an der Stadtkirche Altlandsberg sind gefallen. Zeichen dafür, dass der zweite Bauabschnitt der Sanierung weitgehend beendet ist. Gefeiert wurde dies gestern nicht nur mit einem Gottesdienst.

Das Fehlen des Architekten Manfred Thon, der die Arbeiten an der Außenhülle mit vorbereitet und begleitet hatte, wurde am Nachmittag bedauert. Doch wegen seiner neuen beruflichen Aufgabe in der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Barnim habe dieser absagen müssen, erklärte Pfarrer Johannes Me­nard. Für die vorgesehene Führung war Tim Zimmermann eingesprungen. Der Diplom-Restaurator hatte insbesondere bei Detailfragen einen etwas anderen Blick als der Architekt, durch den bereits zum Richtfest im August eine Führung angeboten worden war. Und so berichtete Zimmermann anhand verschiedener Beispiele über bauliche Veränderungen in den vergangenen Jahrhunderten und deren Bewertung in heutiger Zeit. Daraus habe sich dann meist auch die Entscheidung abgeleitet, was wie restauriert werden soll.

Als spannendsten Teil der Stadtkirche bezeichnete er die Nordfassade des Chors. So war vermutlich um 1500 die vorhandene Balkendecke durch ein Gewölbe ersetzt worden. Das wiederum bedeutet, dass die Fenster im Gegensatz zu anderen Gotteshäusern nicht größer, sondern kleiner wurden. Und dies ist nun deutlich sichtbar. Insgesamt sind sogar dreimal vier Fensterbögen zu erkennen, wobei die oberen einst zu den Obergadenfenstern über der Sakristei gehört haben.Die Sakristei gibt es zwar schon lange nicht mehr, ihre Existenz ist aufgrund des kleinteiligen Mauerbildes - untypisch für Außenwände - jedoch nachvollziehbar.

Während des Festgottesdienstes dankten Kirchengemeinde und Freundeskreis allen am Bau Beteiligten. Frank Drusche erinnerte dabei auch an die Balkenpaten und durfte sich im Anschluss über eine weitere Spendenzusage freuen: Die Organistin Gudrun Grötzinger möchte zur Erinnerung an ihr jetzt 15-jähriges Wirken in Altlandsberg ebenfalls Patin werden. Auf Spenden sind Kirchengemeinde und Freundeskreis ohnehin weiter angewiesen. Nicht nur, weil die Gemeinde einen Kredit abzutragen hat, sondern der dritte Bauabschnitt noch fehlt: die Innensanierung der Kirche. In drei Jahren, so hofft Pfarrer Me­nard, könne darüber vielleicht konkreter nachgedacht werden. Er berichtete zudem von den jüngsten Herausforderungen inklusive Erneuerung des mehr als hundert Jahre alten Dachstuhls. Während das letzte Teilstück am Vortag neu gedeckt worden sei, stünden andere Arbeiten noch aus, darunter die Wiederherstellung der Emmauskapelle und die Einfassung eines Chorfensters, die vermutlich zu Ostern 2009 abgeschlossen werden könne.

Brigitte Kurras verwies als Vertreterin des Bürgermeisters Arno Jaeschke auf die 40-prozentige Förderung des etwa 730 000 Euro teuren Bauabschnitts durch Bund, Land und Stadt. Sie wünschte den Akteuren Zuversicht und Durchhaltevermögen. Die Stadtkirche sei fester Bestandteil des kulturellen Lebens und auch Teil eines ganzen Ensembles mit Gutshaus, Schlossplatz und Schlosskirche. Für Letztere seien erste Schritte zur Sanierung gemacht, die Neugestaltung des Kirchplatzes stehe demnächst an, hieß es im Anschluss an der "Kleinen Kirchenkneipe", die gestern in einem Teil des alten Dachstuhls eingerichtet worden war. Dieser war beim Richtfest per Kran vor den Turm gehievt worden.

Märkische Oderzeitung vom 06. November 2008

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