PREIS: Kirchen-Initiative erhält Startgeld

Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg unterstützt Schönebecker mit 2500 Euro

SCHÖNEBECK - Über eine schöne Anschubfinanzierung für ihr Projekt können sich die Mitglieder der Initiative Dorfkirche Schönebeck (Gemeinde Gumtow) freuen. Vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg erhielten sie 2500 Euro. Das Geld können sie verwenden, um ihre Organisationsstruktur zu festigen oder als Eigenanteil für geförderte Sanierungsmaßnahmen nutzen.

Wie Hans-Joachim Wede als Jurymitglied des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg mitteilte, gab es 18 Bewerber für das "Startkapital für Kirchenfördervereine", wovon fünf einen Preis erhielten. Die Preisübergabe ging bereits Mitte September in einem feierlichen Rahmen in der Dorfkirche von Ferchesar im westlichen Havelland über die Bühne.

Im Jahre 2006 wurde ein Sanierungskonzept für die Schönebecker Kirche erstellt. Dieses belegt schwarz auf weiß einen dringenden Handlungsbedarf. Fundamente, Fachwerkwände sowie Dachtragewerke des Kirchenschiffs als auch des Kirchturms müssen demnach saniert werden.

Im Ort bildete sich eine Initiative, die aus sieben Personen besteht, und die dazu beitragen will, dass das Gotteshaus wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt werden kann. Spenden von Privatpersonen und ansässigen Firmen wurden gesammelt und Veranstaltungen organisiert, um an Geld für dieses Projekt zu kommen. Mehr als 5500 Euro kamen so bisher zusammen. Die 2500 Euro, die es nun vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg gab, sollen ebenfalls für anstehende Sanierungsmaßnahmen verwendet werden, sagte Hans-Joachim Wede im Namen der Initiative.

Die kleine Dorfkirche besteht aus einem schlichten rechteckigen Fachwerkbau, dem an der Westseite ein Fachwerkturm vorgestellt ist. Das Gotteshaus wurde 1660 errichtet und in den 1950er Jahren aufwändig saniert. Bedauerlicherweise wurde dabei der angeblich schmucklose Kanzelaltar von 1860 vollständig zerstört. Von seinen Resten ist nur noch die seitlich aufgestellte Kanzelbucht vorhanden. Nach Entwürfen des kirchenlichen Bauamtes wurde der Altarbereich neu gestaltet.

Im Rahmen der Umbaumaßnahmen ist die Orgelempore erweitert worden. Sie wurde zu einem Raum für die Christenlehre und die Bibelstunde umgebaut. Auf Grund der politischen Situation in den 1950er Jahren wuchs der Druck auf die Kirchen, den Religionsunterricht in den Gemeinden eigenständig zu organisieren. Der Emporenumbau und die Einrichtung des Raumes sollten als Vorbild für den Kirchenkreis gelten. (Von Axel Knopf)

Märkische Allgemeine vom 11. Oktober 2008

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