KIRCHE: Lang ersehnter Lichtblick

Freundeskreis sammelt 19 000 Euro an Spenden für die Sanierung der Wildauer Kirchenfenster

Frank Pfeiffer setzte gemeinsam mit seinem Vater die sieben Kirchenfenster ein 
Frank Pfeiffer setzte gemeinsam mit seinem Vater die sieben Kirchenfenster ein.
Foto: GERLINDE IRMSCHER

WILDAU - Sonnenstrahlen fielen nicht in das Kircheninnere. Trotzdem hellte sich die Miene von Christian Ritter an diesem trüben Herbsttag auf. Der Vorsitzende des Freundeskreises "Friedenskirche Wildau" erlebte einen lang ersehnten Lichtblick.

Vor fünfeinhalb Jahren begannen die Vereinsmitglieder damit, Spenden für die Sanierung von vier großen Fenstern im Kirchenschiff und 18 kleinen Chorfenstern auf der Empore zu sammeln. Alle Lichtspender sahen schlimm aus. "Als mein Vater 1971 als Pfarrer nach Wildau kam, waren zwei der 3,50 Meter hohen Fenster sogar mit Glasbausteinen zugemauert", sagt Ritter. Zufällig seien die vermutlich im Zweiten Weltkrieg ausgebauten Fensterrahmen in einer Wildauer Werkstatt wieder entdeckt worden. So konnten die beiden Fenster 1973 mit Antikglas ohne die historischen Glasmalereien eingebaut werden.

Löcher und ausgebesserte Stellen wiesen die mit gelbweißen Blumenornamenten bemalten, bleiverglasten kleinen Fenster auf. Ursache für die sichtbaren Schäden war Vandalismus. Als der damalige Pfarrer Hartwig Daewel 1996 nach Schwerin gegangen war, blieb das Pfarrhaus an der Kirche bis 2003 unbewohnt. Diese Situation nutzten Randalierer aus. "Jugendliche haben der Kirche ordentlich Schaden zugefügt", erzählt Ritter. Komplette Fensterfelder seien kaputt geschlagen oder eingeworfen worden. Weiter habe man die Fassade beschmiert. "Wir hatten sogar ein Hakenkreuz am Portal dran." Alles gipfelte in einem Brandsatz, der ins Pfarrhaus geworfen wurde, aber zum Glück nicht zündete. Um der Zerstörungswut Einhalt zu gebieten, wurden die Fenster von außen vergittert.

Mit der Neubesetzung der Pfarrstelle machte sich der Freundeskreis daran, Geld für die Restaurierung der lädierten Fenster zu sammeln. Zu den Spendern gehören die Gemeinde Wildau und die technische Fachhochschule.

Als die benötigten 19 000 Euro beisammen waren, wurde die Firma "Glasgestaltung Berlin" mit der Restaurierung beauftragt. Gestern stiegen Peter Pfeiffer und sein Sohn Frank aufs Gerüst, um die letzten sieben mundgeblasenen Scheiben einzusetzen.

Der Freundeskreis hat vor, kleine Plaketten mit den Namen der Spender an den Fenstern anzubringen. Auch einen Dankgottesdienst wird es geben. (Von Frank Pechhold)

Märkische Allgemeine vom 10. Oktober 2008

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