SANKT-MARIEN-ANDREAS: Für den Kirchenwiederaufbau flossen 2007 weitere 40 000 Euro

Spendenkonto wächst

RATHENOW - Schon lange ist die Sankt-Marien-Andreas-Kirche nicht mehr nur eine religiöse Begegnungsstätte, sondern auch ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt Rathenow. Hier und da sind am Gebäude jedoch immer noch die Narben erkennbar, welche die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges hinterließen. Dies galt es zu ändern mit der Gründung des Förderkreises im September 1996.

Bei der Hauptversammlung der Mitglieder am vergangenen Wochenende führte Vizebürgermeister Hans-Jürgen Lemle den Mitgliedern und Gästen vor Augen, wie viel die Arbeit des Förderkreises allein in jüngster Vergangenheit bewirkt hat: Auf der Titelseite des Rathenow-Buches aus dem Jahr 2000 war die Sankt-Marien-Andreas-Kirche noch ohne Kirchturmspitze abgebildet, im Buch von 2006 hingegen bereits mit.

Dank dieses sichtbaren Zuwachses ist das Bauwerk nun aus allen Himmelsrichtungen zu sehen. "Es ist immer schön", fügte Lemle hinzu, "wenn man nach Rathenow fährt und die Kirche das Erste ist, was man erblickt."

Das Jahr 2007 stand im Zeichen der Vorbereitung zum Wiederaufbau des Kreuzgewölbes im Mittelschiff. Auch bei dem maroden Kirchendach soll nun Abhilfe geschaffen werden. Im Rahmen der damit verbundenen Dachsteinaktion, ins Leben gerufen am 11. Februar 2007, kann für jeweils zehn Euro einer von 50 000 benötigten Ziegeln erworben werden.

Wie sich erwies, nahmen einzelne Bürger dies zum Anlass, an ihrem Geburtstag selber auf Präsente zu verzichten und stattdessen die Geldgeschenke der Gäste auf das Spendenkonto des Förderkreises fließen zu lassen. Entsprechend erfreut war auch Vorsitzender Heinz-Walter Knackmuß über die Großzügigkeit der gegenwärtig 83 Vereinsmitglieder: "Es sind vor allem die vielen kleinen Spender, die letztendlich zu der großen Summe beitragen", freute sich der Vereinschef. Aber natürlich sei der Förderkreis auch über die großen Spenden froh. Konstanz zeigte sich bei der Vorstandswahl. Nach offener Abstimmung sind somit Axel Teckmeyer weiterhin stellvertretender Vorsitzender, Wolfgang Krüger der Schatzmeister und Christine Ermisch die Schriftführerin. Auch Vereinschef Knackmuß behielt sein Amt.

Die Redner strahlten vor Optimismus und waren voller Dank an den Verein. "Ich hoffe", so Lemle, "dass die Sankt-Marien-Andreas-Kirche zur Buga im Jahr 2015 wieder in altem Glanz erstrahlt, schließlich sind wir die Mitte der Havelregion." An Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Bußgeldern und Zinsen flossen rund 41 000 Euro auf das Förderkreiskonto. An Kosten fielen rund 2000 Euro an, darunter für Büromaterial und die Homepage. Somit wuchs das Guthaben im Jahr 2007 um rund 39 000 Euro. Trotz der Gesamtsumme von bereits mehr als 123 000 Euro ist die Arbeit des Förderkreises aber noch längst nicht am Ziel angelangt. (Von Fanny Hoffmann)

Märkische Allgemeine vom 23. September 2008

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