SANKT-MARIEN-ANDREAS: Frohe Kunde: Kirche kriegt neues Dach

Auch das Kreuzgewölbe wird ab 2009 restauriert

RATHENOW - Eine gute Botschaft wurde in der Sitzung des Kuratoriums des Förderkreises zum Wiederaufbau der Rathenower Sankt-Marien-Andreas-Kirche verkündet: Die lange ersehnte Sanierung des Mittelschiffdachs und die Restauration des Kreuzgewölbes im Kircheninneren stehen kurz bevor.

Mit den Arbeiten könne bereits im nächsten Frühjahr begonnen werden, sagte Architekt Achim Krekeler. Die Sanierung werde voraussichtlich ein Jahr dauern. Die voraussichtlichen Kosten für beide Vorhaben bezifferte der Architekt auf rund 800 000 Euro.

Mehr als zwei Jahre hatten Architekt, Bauamt, Denkmalbehörden und weitere Entscheidungsträger am Sanierungskonzept gearbeitet. Die gute Nachricht hinsichtlich der Finanzierung überbrachte Bürgermeister Ronald Seeger. Das Land habe Anfang September in einem Schreiben mitgeteilt, dass im Rahmen der Städtebausanierung die beiden Vorhaben gefördert würden. Seeger versicherte in der Kuratoriumssitzung, dass die Stadt das Vorhaben weiter unterstützen werde.

Auch die Landeskirche stehe zur ihrer Zusage einer finanziellen Unterstützung, sagte der Vorsitzende des Förderkreises zum Wiederaufbau der Kirche, Heinz-Walter Knackmuß. Mit Beginn der vorbereitenden Arbeiten hatte sich der Förderkreis verpflichtet, unter anderem mit Hilfe von Spenden selbst 200 000 Euro beizutragen.

Die Spendenbereitschaft sei überwältigend, sagte Knackmuß. Den Beweis dafür lieferte Wolfgang Krüger. Auf dem Spendenkonto seien bereits rund 162 000 Euro eingegangen, verkündete der Schatzmeister des Förderkreises. Daraufhin kündigte Knackmuß an, dass der Förderkreis sein Spendenziel auf 250 000 Euro aufstocken werde.

Architekt Krekeler erläuterte die Bauvorhaben. Er ging zunächst auf die Dachsanierung ein. Der Dachstuhl sei 1952 als Provisorium wieder hergerichtet worden. Allerdings sei das Dach nur mit leichten Steinen eingedeckt worden und nicht mit so genannten Biberschwänzen wie für alte Kirchenbauten üblich. Mit der Sanierung solle das Dach mit stärkeren, industriell gefertigten Biber-schwänzen eingedeckt werden. Deshalb mache sich die Ausbesserung und Verstärkung der vorhandenen Dachkonstruktion erforderlich.

Die Abdeckung des alten Daches soll in mehreren Etappen erfolgen. Bei offenem Dach sollen die Innenarbeiten beginnen. Vorgesehen ist das fehlende Gewölbe im Mittelteil der Kirche wieder als Sterngewölbe und damit in seinem Originalzustand herzurichten. "Das ist schon eine Herausforderung an die Bauleute, denn gebaut werden muss nach alter Handwerkertradition", sagte der Architekt.

In Verbindung von ausgebessertem Dachstuhl und neuem Gewölbe soll auch wieder die ursprüngliche Statik der Kirche gesichert werden. Achim Krekeler ermunterte das Kuratorium und den Vorstand des Förderkreises, das Sanierungsvorhaben durch Besucherführungen zu einer "offenen Baustelle" zu machen. (Von Norbert Stein)

Märkische Allgemeine vom 11. September 2008

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