Treffen am 5. oder 6. Dezember in Guben und Gubin

Minister übernehmen Schirmherrschaft für Gubiner Kirche

Guben/Gubin. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein polnischer Amtskollege Radoslaw Sikorski werden gemeinsam die Schirmherrschaft für den Wiederaufbau der einstigen Gubener Stadt- und Hauptkirche übernehmen.

Ein von beiden Politikern unterzeichneter Brief erreichte dieser Tage die Bürgermeister beider Städte, Klaus-Dieter Hübner (FDP) und Bartlomiej Bartczak.

Die Gubiner Kirchenruine 
Die Gubiner Kirchenruine ist ein Symbol für die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg.
Foto: Thoralf Schirmer

In dem Schreiben zeigen sich die beiden Minister beeindruckt vom großen Engagement deutscher und polnischer Bürger. «Es ist ein hervorragendes Beispiel gelebter deutsch-polnischer Zusammenarbeit.» Sie kämen daher der Bitte, die Schirmherrschaft zu übernehmen, gern nach, so Steinmeier und Sikorski. Beide drücken ihre Hoffnung aus, dass «der Wiederaufbau der Kirche zu einer deutsch-polnischen Begegnungsstätte dadurch zusätzliche Symbolkraft erhält» .

Derweil laufen die Vorbereitungen für den feierlichen Akt, bei dem die Schirmherrschaft den beiden Politiker offiziell übertragen werden soll, auf Hochtouren. «Minister Sikorski wird Deutschland am 5. und 6. Dezember einen Besuch abstatten. Ob die Zeremonie bei der Einreise am 5. oder bei der Rückreise am 6. Dezember stattfindet, steht noch nicht fest» , sagte Günter Quiel vom Gubener Förderverein der RUNDSCHAU. Klar sei unterdessen, dass an diesem Tag ein deutsch-polnisches Begegnungsfest stattfinden soll. «Dabei werden sich Vereine, Bildungseinrichtungen und Institutionen wie die Polizei oder die Wasserwacht präsentieren» , so Quiel. Umrahmt werde das Ganze von einem Kulturprogramm.

Der eigentliche Festakt soll in der Gubener Klosterkirche stattfinden. Dort sei im Anschluss auch noch ein Konzert vorgesehen, sagte Quiel. Für die Organisation des Begegnungsfestes würden noch Helfer gesucht. Diese können sich, so Quiel, im Informationszentrum an der Berliner Straße melden.

Ein weiterer Schwerpunkt in den verbleibenden Monaten des Jahres sei die Arbeit am Nutzungskonzept der künftigen deutsch-polnischen Begegnungsstätte. «Ziel muss es sein, eine Art Anfahrstab zu bilden, der die tagtägliche Arbeit in der Kirche organisiert. Später könnte daraus eventuell eine Betreibergesellschaft werden. Parallel dazu müsste ein Veranstaltungsmanagement aufgebaut werden» , sagte Günter Quiel.

Thomas Engelhardt

Lausitzer Rundschau vom 04. September 2008

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