In den fünf Wochen bis zum Einweihungstermin bleibt noch viel zu tun

Schönas Kirchensanierung geht in den Endspurt

Nur fünf Wochen bleiben den Schönaern bis zur Wiedereinweihung ihres Gotteshauses nach der Innensanierung. Sie ist für den 5. Oktober geplant. Die Zeit scheint knapp angesichts der Arbeiten, die noch zu bewältigen sind. «Wir werden den Termin halten. In den nächsten Wochen wird es auf der Baustelle einen Ruck geben», sagt Pfarrer Dirk Lehner.

Schönaer Kirche 
Die Fußbodensteine aus der Schönaer Kirche haben Freiwillige des Fördervereins abgetragen. Vereinschef Helmut Trapka sorgt sich, dass für die Neuanfertigungen nach originalem Vorbild die Zeit knapp wird.
Foto: Carmen Berg

Vor dem Gotteshaus stapeln sich Fußbodenklinker aus dem Kirchenschiff. Ehrenamtliche des Fördervereins zum Wiederaufbau des Schönaer Gotteshauses haben sie abgetragen, erzählt Vereinsvorsitzender Helmut Trapka. 750 der alten Platten seien wieder verwendbar. Auch deren Reinigung würden die Freiwilligen übernehmen, kündigt er an. 1500 Platten aber müssten originalgetreu nachgearbeitet werden. Weil die vorhandenen Mittel nicht reichten, hatte der Förderverein im Juni beschlossen, 12 000 Euro aus der eigenen Kasse vorzustrecken. «Diese Fußbodensteine rechtzeitig zu bekommen, wird schwierig. Deren Herstellung ist Maßarbeit und braucht Zeit» , sieht Helmut Trapka ein Problem.

Die Schönaer Kirche soll zu einer Begegnungskirche umgebaut werden. Der laut Architekt Thomas Kuhn 220 000 Euro teure Innenausbau ist der dritte von vier Bauabschnitten einer Komplettsanierung des Gotteshauses, die aus Mitteln der Kirche, verschiedenen Fördertöpfen sowie durch Spendenaktionen des Fördervereins finanziert wird.

Seit dem Baustart im vergangenen Herbst werde die Geduld der Schönaer auf eine harte Probe gestellt, so der Vereinschef. Architekt Thomas Kuhn hatte vor dem Verein «Anfangsschwierigkeiten bei Absprachen zum Baubeginn» eingeräumt. Zudem sorgten laut Architekt Unstimmigkeiten mit der Denkmalpflege für Verzögerungen. Im Juli hatte dann Archäologe Kai Sommerfeld, der die Arbeiten begleitet, bei Untersuchungen des Fußbodens drei Grabkammern entdeckt (die RUNDSCHAU berichtete). Die für den 20. September vorgesehene Einweihung wurde verschoben.

Wie Helmut Trapka erklärt, sei das größte der drei Gräber, dessen Gewölbe erhalten geblieben war, mit einer Betonplatte geschützt worden. Die Idee, den Fund mit einer Glasplatte sichtbar zu machen, sei verworfen worden. «Die Variante hätte von der Gestaltung her nicht in den Raum gepasst» , sagt er.

Nach Bekanntwerden des Gräberfundes seien die Schaulustigen gekommen, so der Vereinschef. Mit ähnlichen Begleiterscheinungen rechne er, wenn im Außenbereich der Kirche die Grube für den Gasbehälter der Heizung ausgehoben wird. «Dort befand sich früher der Friedhof» , so Helmut Trapka.

In den Fußboden der Kirche sind Heizkollektoren eingebaut worden, zählt er auf. Zudem habe eine Fachfirma den an einem Teil der Wand vorhandenen Schimmelpilz bekämpft.

Wie der Vereinsvorsitzende erklärt, wird im Gotteshaus das Chorgestühl um einige Meter nach vorn gezogen und bildet künftig die Decke für einen Mehrzweckraum, der durch eine Glaswand vom Hauptschiff getrennt werden soll. In den Turm wird eine behindertengerechte Toilette installiert. Vom Chorraum aus wird der Zugang in eine Teeküche erfolgen.

Pfarrer Lehner sagt, dass neben dem Kirchenschiff auch diese Einrichtungen bis zum 5. Oktober fertig sein sollen. Bisher gibt es im Turm lediglich eine Ankerkonstruktion für die vorgesehene Zwischendecke aus Holz. «In der nächsten Woche folgt der Einbau der Decke» , kündigt der Pfarrer an. Zudem würden dann die Fundamente für die Verlagerung des Chorgestühls gesetzt. Auch beim Fußboden bleibt Dirk Lehner optimistisch. «Der Auftrag für die Platten ist auf den Weg gebracht» , sagt er.

Zum Thema: Festliche Einweihung

Zur festlichen Einweihung des Gotteshauses am 5. Oktober habe der stellvertretende Bischof der sächsischen Landeskirche, Siegfried Kasparick, sein Kommen zugesagt, kündigt Pfarrer Lehner an. Zudem solle das Fest ein Dankeschön für all jene Menschen sein, die sich für das Gotteshaus engagiert haben, sagt er.

Von Carmen Berg

Lausitzer Rundschau vom 30. August 2008

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