Neu Zittauer Kirchendach teurer als geplant

Von Jan C. Weilbacher

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Hoch oben: Die Sanierung des Dachstuhls ist kompliziert. Die Zimmerer der Müncheberger Baugesellschaft müssen viele Balken austauschen.

Neu Zittau (GMD) Die gegenwärtige Dachsanierung der Neu Zittauer Dorfkirche wird erheblich teuerer als zunächst angenommen. Das sagte gestern Pfarrerin Friederike Winter. Das Ausmaß des Schwammbefalls im gesamten Dachstuhl sei größer als im Vorfeld prognostiziert. Vielfach seien keine Reparaturen mehr möglich, sondern Dachbalken müssten komplett ausgetauscht werden. Das zuständige Gutachterbüro, das auf historische Sanierungen spezialisiert ist, habe sich verschätzt. "So was passiert", so die Pfarrerin. Das sei ähnlich, wie wenn man ein Auto in die Werkstatt gibt. Da könnten sich letztendlich auch viel höhere Kosten als geplant ergeben.

Und das trifft ebenfalls auf die Neu Zittauer Kirche zu. "Die ursprünglichen Baukosten von 182 000 Euro werden bei Weitem überzogen." Friederike Winter sprach von einer Mehrbelastung von etlichen 10 000 Euro. Deshalb werde händeringend nach Unterstützung gesucht. "Zunächst brauchen wir aber die Kosten schwarz auf weiß."

Unterdessen gehe die Dachstuhlsanierung auf Hochtouren voran, wie sie sagte. Noch in diesem Jahr soll die Sanierung abgeschlossen sein. Kompliziert werden die Bauarbeiten aufgrund der Denkmalschutzrichtlinien. "Es muss so viel historische Substanz erhalten bleiben, wie möglich." Das sei eine "kunstvolle Flickschusterei", die es gleichzeitig kostenintensiv mache.

Ein anderes Problem ist die Kontaminierung des Dachstuhls. Der Innenbereich der Baustelle ist ein sogenannter Schwarzbereich, in dem bestimmte Schutzmaßnahmen beachtet werden müssen. Deshalb könnte es den Bürgern auch nicht ermöglicht werden, einen wirklichen Eindruck von den Baufortschritten zu bekommen, sagte die Pfarrerin. Im Vergleich zur Sanierung des Dachstuhls gilt das anschließende Eindecken des Daches als einfachere Maßnahme. Das Gotteshaus soll sogenannte Biberschwanz-Dachziegel erhalten.

Trotz der steigenden Kosten ist Friederike Winter erleichtert, dass die Sanierung jetzt in Angriff genommen worden ist. Denn anderenfalls hätte sogar eine Katastrophe passieren können, wie sie betonte. Niemand habe geahnt, wie sehr die Statik geschädigt ist. "Die Zimmerleute haben gesagt, es sei ein halbes Wunder, dass das Dach gehalten hat."

Wenn die Sanierung in diesem Jahr abgeschlossen wird, ist auch die Bezahlung alsbald fällig. "Wir müssen das auf jeden Fall aufbringen. Die Firmen müssen bezahlt werden." Alle die helfen könnten, würden angefragt. Dabei sind bislang noch nicht mal die 182 000 Euro ganz zusammen. Es fehlt nämlich noch das Geld des Förderprojekts "Aus 2 mach 3" der Stiftung Kiba. Denn erst wenn der Förderverein selbst 12 000 Euro gesammelt hat, bekommt er die 6000 Euro aus dem Projekt dazu. Der Aktionszeitraum geht bis Ende September. Die Pfarrerin gibt sich kämpferisch. "Wir schaffen das."

Märkische Oderzeitung vom 28. August 2008

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