Einmalige Fresken von Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen bedroht

Briesener Verein kämpft für Erhalt von Wandmalereien in der Kirche

Briesen. Unverzeihlich wäre es nach Ansicht der ehrenamtlichen Fremdenführerin Annemarie Hotzkow, wenn die Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert in der Briesener Kirche verblassen würden.

Der Dudelsackspieler in der Briesener Kirche 
Der Dudelsackspieler in der Briesener Kirche.
Foto: Marion Hirche

Feuchtigkeit, Licht und Temperaturschwankungen wirkten sich schädlich auf die Schätze im Gotteshaus aus.

Zwar hat sich im Ort ein Verein zum Erhalt der Fresken gegründet, mit Ortsbürgermeister Klaus Heinrich und Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger an der Spitze – doch bis jetzt fehlt ihm nach eigener Auskunft das nötige Geld. So hofften die Mitglieder, dass die von Brandenburgs Kulturministerin Prof. Johanna Wanka zugesagte moralische Unterstützung auch finanziell untermauert wird. «Als die Malereien entdeckt wurden, waren die Farben viel kräftiger» , erklärt Annemarie Hotzkow.

Jeden Mittwoch führt sie Gäste durch die Briesener Kirche, denen sie die Geschichte der Fresken erläutert. Einst hätten die Briesener eine Kapelle auf dem Striesower Marienberg genutzt. Diese sei jedoch baufällig geworden und schließlich in Briesener Richtung umgestürzt – daraufhin sei der Bau der Briesener Kirche beschlossen worden. «Sie wurde im Jahr 1346 erstmals nachweislich erwähnt» , berichtet Annemarie Hotzkow. Die Besonderheit dieses gotischen Bauwerks liege in den Malereien, überall an den Wänden. «Das ist für diese Region außergewöhnlich.» Frei gelegt hätten Arbeiter die Fresken bei einer Restaurierung in den Jahren 1954 bis 1956. «Die Wandmalereien stammen aus dem Jahr 1486» , erläutert die Fremdenführerin. «Vermutlich wurden sie von Cottbuser Klostermalschülern angefertigt.» Auf der Südseite sei die Himmelfahrt Jesu dargestellt, ebenso sei das Bild eines Dudelsackpfeifers erkennbar – eine der wenigen Darstellungen wendischen Brauchtums im christlichen Umfeld aus dem Mittelalter.

Führungen finden nach Auskunft der Fremdenführerin jeden Mittwoch in der Zeit zwischen 10 und 11 Uhr statt. Sie seien außerdem individuell unter den Telefonnummern 035606 204 oder 035606 40334 vereinbar.

Marion Hirche

Lausitzer Rundschau vom 15. August 2008

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