Glocken sollen zum Fest läuten

(moz) Zum diesjährigen Weihnachtsfest sollen die Glocken der Heilandskapelle wieder läuten. Donnerstagabend tagte der Vorstand des gleichnamigen Fördervereins. "Das Geld für die Sanierung des Glockenstuhls ist da", so Vereinsvorsitzender Rüdiger Hund-Göschel. Derzeit seien Experten mit den notwendigen Konstruktionsvorbereitungen beschäftigt.

Die Heilandskapelle im Sommerlicht. Mohnblumenfeld bei Rosengarten. Der Dorfteich in Hohenwalde. "Aquarelle aus meiner Heimatstadt Frankfurt (Oder)" titelte Maler Wolfram-Werner Kipsch seinen Kalender für 2008. Das Original der Kapelle im Format 30 mal 40 Zentimeter - Galerist Rainer Schmidt hatte es kostenlos eingerahmt - brachte der Autodidakt Donnerstagabend in die Holzkirche am Klingetaler Eichenweg. Dort tagte der Vorstand des Fördervereins Heilandskapelle. "Die Zeichnung hat hier ihren richtigen Platz", begründete der 65-jährige Kipsch sein Sponsoring. Er brachte zudem 1000 Original Kunstpostkarten - von ihm und seinem Grafiker Norbert Kien gespendet - ins Haus. "Wir verkaufen sie bei Gottesdiensten oder während unserer Kulturveranstaltungen ,Sommer in der Heilandskapelle' pro Stück für einen Euro. Jeder Cent wird für die weitere Sanierung der Kirche gebraucht", freute sich Rüdiger Hund-Göschel, Vorsitzender des Fördervereins.

Hund-Göschel berichtete, dass die inzwischen reparierten Kirchenglocken - die spätgotische wurde im Jahre 1481, die kleinere Barockglocke 1605 gegossen - nun wieder aufgehängt werden. Derzeit seien Experten mit den notwendigen Konstruktionsvorbereitungen beschäftigt. Das Geld für die Sanierung des Glockenstuhls - etwa 12 000 bis 14 000 Euro - wäre da. "Die Glocken sollen Heiligabend nach drei Jahren Ruhe endlich wieder läuten", so der Vereinsvorsitzende. Die Vorfreude vieler Bewohner der Heimkehrsiedlung wäre schon jetzt riesig groß.

Zur Erinnerung: Die Kapelle wurde 1915/16 von russischen Kriegsgefangenen in sibirischer Holzbauweise errichtet. Sie diente im damaligen Kriegsgefangenenlager als Lesehalle und für Theateraufführungen. Der Förderverein, der sich um die Sanierung der alten Kirche bemüht, wurde im April 2001 gegründet. Ende 2005 stellten Experten am Schlagring bei einer der Glocken einen metergroßen Ausbruch fest. Beide Glocken wurden im fränkischen Nördlingen repariert. Anfang Juli 2008 trafen die reparierten Glocken auf einem 20-Tonner im Klingetaler Eichenweg wieder ein.

In diesem Sommer wird es in der Heilandskapelle noch zwei Höhepunkte geben (siehe Info-Kasten). "Der Theater-Termin am 31. August wurde um eine Stunde vorgezogen", so Hund-Göschel. An jenem Sonntag, 17 Uhr, wird Pfarrer Joachim Zehner in St. Georg mit einem Gottesdienst verabschiedet und ab September in Potsdam sein neues Amt als Superintendent antreten. Zehner ist 2. Vorsitzender des Fördervereins.

Der Förderverein ist unter der Mailadresse foerderverein@heilandskapelle-ffo.de zu erreichen. Die Schlüsselgewalt für die Kirche hat Horst Kuhnke, Eichenweg 10, Telefon 0335 65357

Märkische Oderzeitung vom 10. August 2008

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