SANIERUNG: 46 000 Dachsteine und vier Gewölbe

Der Wiederaufbau der St.-Marien-Andreas-Kirche wird im nächsten Jahr fortgesetzt

RATHENOW - Alle Weichen sind gestellt, im nächsten Jahr wird der Wiederaufbau der St.- Marien - Andreas - Kirche fortgesetzt. Als zweiter großer Bauabschnitt nach dem Turm steht die Erneuerung des Daches bevor. Gleichzeitig erhält das Hauptschiff wieder vier Gewölbe, wie es früher einmal war. Der zuständige Architekt Achim Krekeler hat in einem Gespräch mit dieser Zeitung erklärt, was bei den Arbeiten zu beachten ist.

Gleich am Anfang ist festzustellen, dass der Förderkreis zum Wiederaufbau der Kirche, der ja in einer sehr erfolgreichen Spendenaktion derzeit Dachsteine "verkauft", mit seiner Schätzung, dass rund 50 000 neue Ziegel gebraucht werden, ziemlich richtig lag. Wie Architekt Krekeler sagt, hat er einen Bedarf von 46 000 Stück ausgerechnet. Das Dach ist übrigens 1 150 Quadratmeter groß. Verwendet werden Ziegel vom Typ Biberschwanz mit einer im Vergleich zu jetzt größeren Dicke von zwei Zentimetern. Schwerere Ziegel seien nicht so windanfällig, hat Architekt Krekeler erklärt, außerdem tue die stärkere Profilierung dem Aussehen des Daches gut.

Schwere Ziegel erfordern einen kräftigen Dachstuhl. Der Architekt hat zunächst den bestehenden Holzbau aus dem Beginn der fünfziger Jahre gelobt. Sein Zustand sei gut, das Holz sei weitgehend intakt, nur an einigen Eisenverbindungen habe man Rost gefunden. Sicher ist, dass der bestehende Dachstuhl ertüchtigt werden muss, um die künftigen Lasten sicher tragen zu können. Nach Aussagen des Architekten gibt es zwei mögliche Varianten. Man könnte die bestehenden Hauptglieder des Holzbaus verstärken, man könnte aber auch zwischen die bestehenden Hauptglieder noch weitere neue Glieder stellen. Nach welcher Variante im nächsten Jahr vorgegangen wird, das ist derzeit noch offen.

Eine bauliche Pioniertat, die weit und breit Ihresgleichen sucht, wird sein, dass in das Hauptschiff der Kirche wieder Gewölbe eingemauert werden. So wie der Turm waren sie gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört worden. Das Hauptschiff hat derzeit keine Gewölbe. "Das ist eine offene Wunde für das Bauwerk", merkt Architekt Achim Krekeler an. Zudem habe sich gezeigt, dass die fehlenden Gewölbe die Stabilität der ganzen Kirche gefährden, weil die Gewölbe der beiden Seitenschiff jetzt zu stark nach innen drücken.

Und wie baut man solche Gewölbe? Immerhin sind acht Meter zu überbrücken. "Wir werden der alten Technik folgen", antwortet Achim Krekeler. Mit einem Gerüst werde in der Höhe eine Arbeitsebene hergestellt und die Form der Gewölbe werde mit einer entsprechenden Schalung vorgegeben. Anschließend wird Stein für Stein gemauert. Günstig ist, dass die Ansätze der Gewölberippen in der Kirche noch vorhanden sind. Von dort aus kann wieder hochgearbeitet werden.

Zum Beginn der Bauarbeiten soll das Hauptschiff eingerüstet werden. Ein Baufahrstuhl wird außen angesetzt und dazu dienen, die Materialien nach oben zu befördern. So muss sehr wenig durch die Kirche hindurch transportiert werden, denn während der Arbeiten soll das Gotteshaus weitgehend nutzbar bleiben. (Von Bernd Geske)

Märkische Allgemeine vom 26. Juli 2008

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