LITERATURPREIS: Fest des Lesens und Schreibens

Unerwartet große Resonanz: Stüdenitz feierte junge Autoren aus der Region und ihre Texte

Preisverleihung 

STÜDENITZ - So hatten sich das die Kirchengemeinde, Pfarrer Henning Utpatel und der Förderverein Kirche Stüdenitz am Donnerstagabend vorgestellt: Schon bei der Premiere füllte die Verleihung des Eva-Hoffmann-Aleith-Preises für junge Literatur das Gotteshaus bis auf den letzten Platz.

Im vergangenen Jahr war die Idee in Stüdenitz entstanden. Kulturförderung auf dem Lande und für die Jugend und auch neue Veranstaltungen, um den großen Kirchenbau mit Leben zu füllen, das waren die Absichten dahinter. Über die Schulen der Region richtete man einen Aufruf an alle Jugendlichen, sich an Texten zum Thema "Leben im ländlichen Raum" zu versuchen.

"Dieser Preis soll jungen Menschen Mut machen, ihre Begabung zu erkunden und zu nutzen", sagte der Vorsitzende des Fördervereins Joachim Strenge. "Dies ist für Stüdenitz ein besonderes Ereignis." Schließlich zähle das Dorf gerade mal 400 Einwohner. Die Stüdenitzer hatten allerdings viel Unterstützung gefunden: Die Kulturstiftung des Bundes, der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, die Gemeinde, das Amt Neustadt, die Schulen und viele Firmen und Bürger trugen zum Gelingen bei.

Und das war auch gut so. Denn auf den Aufruf zum Wettbewerb hin gingen nicht weniger als 160 Arbeiten ein: Gedichte, Kurzgeschichten, Liedtexte und sogar Videos von Autoren im Alter zwischen 14 und 21 Jahren. Die Jury, bestehend aus Marion Neumann (Bibliothek Kyritz), Rosemarie John (Bücherecke Kyritz) und Denise-Verena Ladewig (Autorin aus Kyritz), sah sich vor einer echten Herausforderung. "Nur drei Plätze zu vergeben, schien uns angesichts der Fülle nicht angemessen", berichtete Denise-Verena Ladewig. In Absprache mit den Initiatoren stellte die Jury das Vergabesystem kurzerhand um.

So gab es am Donnerstag Preise für verschiedene Altersklassen und Genres und das in sehr festlichem Rahmen. Den gestalteten sowohl der Neustädter Kammerchor und die Trommelgruppe des Kyritzer Gymnasiums als auch die Preisträger selbst: Sie trugen dem aufmerksamen Publikum ihre Texte und Lieder vor für viele eine Premiere.

Für Pfarrer Utpatel stand am Ende fest: "Das Projekt Literaturpreis hat einen guten Start gehabt." Die Neuauflage sei bereits beschlossene Sache. Die Ausschreibung des nächsten Eva-Hoffmann-Aleith-Preises für Jugendliche aus dem ganzen Landkreis soll im Herbst erfolgen. (Von Alexander Beckmann)

Märkische Allgemeine vom 12. Juli 2008

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