Noch Probleme am Bau / Einweihung für September geplant

Für Schönas Kirche drängt die Zeit

Am Schönaer Gotteshaus gehen die Bauarbeiten weiter. Das hat Architekt Thomas Kuhn während der Zusammenkunft des Fördervereins zum Wiederaufbau der Kirche angekündigt. Der Verein drückt auf Tempo. Für den 20. September ist laut Pfarrer Dirk Lehner die festliche Wiedereinweihung geplant. Bereits Ende August soll eine Taufe stattfinden. Noch aber sind bei der Sanierung Hürden zu nehmen.

Für Schönas Kirche drängt die Zeit 
Um die Sanierung der Kirche von Schöna anzuschieben, hatte sich im Jahr 2001 eine ehrenamtliche Interessengemeinschaft gegründet.
Foto: Carmen Berg

«Ich bin optimistisch, dass wir den Zeitplan schaffen» , spricht Gemeindekirchenrätin Marianne Dennert sich und ihren Mitstreitern vom Förderverein Mut zu. Im Oktober des vergangenen Jahres begann der Innenausbau des Gotteshauses. Doch er geriet über Wochen ins Stocken. Thomas Kuhn räumt "Anfangsschwierigkeiten bei Absprachen zum Baubeginn" ein. Doch auch Unstimmigkeiten mit der Denkmalpflege haben seinen Ausführungen zufolge für Verzögerungen gesorgt. Die im Turm vorgesehene Zwischendecke aus Stahlbeton sei von Kreis- und Landesbehörde abgelehnt und eine Holzbalkendecke vorgeschlagen worden, nennt er ein Beispiel. Er habe nun eine Lösungsvariante erarbeitet, wie die Hölzer sich im dicken Feldsteinmauerwerk der Wände verankern lassen, erklärt der Architekt.Die Schönaer Kirche soll zu einer Begegnungskirche werden. Dazu wird laut Vereinschef Helmut Trapka im Hauptschiff das Chorgestühl um einige Meter nach vorn gezogen und bildet künftig die Decke für einen Mehrzweckraum. Er sei für Veranstaltungen der Kirchengemeinde gedacht, stehe aber auch anderen Nutzern zur Verfügung. In den Turm wird eine behindertengerechte Toilette installiert. Vom Chorraum hinter der Orgel wird der Zugang in eine Teeküche erfolgen.

Helmut Trapka spricht als einen wunden Punkt den Fußboden im Hauptschiff an. 750 alte Platten seien wieder verwendbar, aber 1500 müssten originalgetreu nachgearbeitet werden. "Weil wir für den Bauabschnitt 30 000 Euro weniger Fördermittel bekommen haben als erwartet, reicht das Geld dafür nicht", erklärt Helmut Trapka.

Verein zahlt neuen Fußboden

Beim Schönaer Dorffest hatte der Verein symbolisch Fußbodensteine zum Preis von acht Euro verkauft und nach Angaben von Marianne Dennert mehr als 250 Euro eingenommen. «Das ist eine tolle Sache, dennoch können wir nicht warten, bis die gesamte Summe auf dem Spendenweg zusammenkommt» , so der Vereinschef. 12 000 Euro werden gebraucht. Der Verein beschließt einstimmig, das Geld aus der eigenen Kasse vorzustrecken. Zugleich soll geprüft werden, wie mit Eigenleistungen der Schönaer die Kosten gesenkt werden können, beispielsweise beim Reinigen oder auch beim Herausnehmen der alten Platten.

Für das Verputzen der Apsis hatte der Verein bereits die Finanzierung übernommen. Bei der Fenstersanierung an diesem Gebäudeteil könnten sich Bürger mit geschätzten 220 Euro pro Fenster «verewigen» , schlägt Pfarrer Lehner vor. «Den Spendern sollten wir mit entsprechenden Tafeln danken» , greift Marianne Dennert die Idee auf.

Der Innenausbau der Kirche ist der dritte von vier Bauabschnitten einer Komplettsanierung, die aus Mitteln der Kirche und verschiedenen Fördertöpfen finanziert sowie vom Förderverein durch Spendenaktionen und durch die Erlöse der jährlichen Schönaer Christkindl-Märkte unterstützt wird.

Noch nicht finanziell abgesichert sei die Turmsanierung, die ursprünglich mit 105 000 Euro angesetzt war, sagt Helmut Trapka. Doch der Turm müsse dringend in die Kur, wenn das neue Dach des Hauptschiffes nicht durch herabfallende Steine vom Turm gefährdet werden soll, bringt der Vereinsvorsitzende eine Sorge zum Ausdruck.

Ein Dorf – zwei Kirchen

Mit gemischten Gefühlen nimmt der Förderverein die Ankündigung von Pfarrer Lehner auf, dass für die ebenfalls baufällige Kirche in Kolpien, das mit Schöna einen Doppelort bildet, Geld aus einem neuen Bundesprogramm beantragt wird. «Ein Dorf und zwei Kirchen. Warum wird nicht zunächst ein Bau beendet?» , will Helmut Trapka wissen. «Die Kolpiener Kirche ist in den Augen der Fachbehörden ein wertvolles Denkmal. Es wurde dort mittelalterliche Bemalung gefunden, die verloren geht, wenn nichts passiert» , erklärt der Pfarrer. Das neue Bundesprogramm förderte «extrem gefährdete Kulturgüter» und passe auf Kolpien. Schöna hingegen hätte mit einem Antrag kaum Aussichten, weil die Sanierung bereits vor dem Ende stehe, wirbt Dirk Lehner um Verständnis.

Zum Thema: Spendenkonto

Wer die Sanierung der Schönaer Kirche unterstützen möchte, kann spenden auf das Konto 300 21 10 des Fördervereins bei der VR Bank Lausitz, Bankleitzahl: 180 626 78.

Von Carmen Berg

Lausitzer Rundschau vom 26. Juni 2008

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