DORFKIRCHE: Nach Restaurierung des Flügelaltars steht nächste Sanierung an

Kanzel wird in altem Glanz erstrahlen

Von Konstanze Wild

KLEINMACHNOW Die Kanzel der Alten Dorfkirche ist ein prägendes Element zwischen Altarraum und Kirchenschiff. Neben dem bereits restaurierten Flügelaltar mit seinen kunstvollen Schnitzereien, Bildern und Relieftafeln und dem Taufstein zieht auch die Kanzel die Blicke der Kirchenbesucher auf sich. Doch die alten Farbaufträge blättern und blühen zum Teil aus. Eine Folge der Behandlung mit DDT zu DDR-Zeiten, um das Holz zu schützen, erklärt Bodo Bohn, Gemeindekirchenratsvorsitzender der Evangelischen Auferstehungsgemeinde Kleinmachnow. Für rund 10 000 Euro soll die alte Kanzel nun in den Sommermonaten Juli und August restauriert werden. Teile der defekten Stufen müssen ersetzt werden, Tischler- und Malerarbeiten stehen an.

Fehlende Versatzstücke am Säulen- und Kapitellschmuck, Leisten, Rosetten und Zierornamente werden wieder angebracht beziehungsweise durch nachgearbeitete ergänzt, erklärt Wolfgang Meier-Kühn vom Förderverein Kirchenbauten Kleinmachnow. Der Verein unterstützt die Kirchengemeinde, die notwendigen Gelder zur Verfügung zu stellen.

Da, wo Farbe abgeblättert ist, werde der historische Kalkkreideauftrag ergänzt. Auch der kunstvoll gearbeitete so genannte Schalldeckel, gleichsam das Dach der Kanzel, wird in die Restaurierungsarbeiten einbezogen. Zuerst, so Bohn, werde die komplette Kanzelfläche von Schmutz und Salzausblühungen gereinigt. Lose Farbschichten werden mit Störleim, einem sehr hochwertigem Leim aus Störknochen, speziell für solche Restaurierungsarbeiten, gebunden. Er hinterlässt keine sichtbaren Klebstoffreste und besitzt die nötige Elastizität, um Farbschichten zu binden. Anschließend werden Kreidegrund und neue Farbschichten aufgetragen, erklärt Bohn den Ablauf der denkmalgerechten Arbeiten. Die Kirche möchte interessierten Besuchern ermöglichen, der Restauratorin bei den Arbeiten im Sommer einmal "über die Schulter gucken zu können", stellt Bohn in Aussicht.

Der Ursprung der Kanzel ist nicht eindeutig geklärt. Einige Fachleute datieren die Kanzel ebenfalls in die Zeit Ende des 16. Jahrhunderts, die Dorfkirche wurde 1597 fertiggestellt, so Bohn. Andere Meinungen gehen dahin, dass sie nicht so alt sei, auch der Flügelaltar stammt aus dem Jahre 1599. Interessant ist die Vermutung, dass die Kanzel ursprünglich an einem anderen Ort in der Alten Dorfkirche, näher zum Altar hin, ihren Platz hatte. Die Anträge zur Restaurierung liegen beim kirchlichen Bauamt, so Bohn, der Denkmalschutz habe bereits grünes Licht signalisiert.

info Auskünfte zu Spenden unter Tel. 033203/ 22844

Märkische Allgemeine vom 21. Juni 2008

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