Das kleine Wunder von Britz

Von Viola Petersson

Britz 
Letzte Etappe: Derzeit wird die Fassade des Kirchenschiffs saniert.

Britz (MOZ) Nur Gott könne Wunder vollbringen, heißt es. Ein solches scheint er gerade in Britz mit der Kirche zu vollbringen. Wobei er tatkräftige Unterstützung erfährt. In der fast schon rekordverdächtigen Bauzeit von gut zwei Jahren wird das Gotteshaus komplett saniert.

Pünktlich zur 750-Jahrfeier erstrahlte die Dorfkirche zu Britz im Inneren. Beim Konzert ehemaliger Mitglieder des Dresdner Kreuzchores und beim Festgottesdienst konnten die Besucher noch die frische Farbe riechen. Unterdessen macht auch der dritte, der letzte Abschnitt der Hüllensanierung deutliche Fortschritte. Pfarrer Martin Lorenz geht davon aus, dass die Arbeiten im Spätsommer abgeschlossen werden und die Kirchengemeinde am 5. Oktober beim Erntedank die Fertigstellung feiern kann.

Innerhalb von gut zwei Jahren bzw. mit drei Jahresscheiben wäre dann das Gotteshaus komplett rekonstruiert und restauriert - vom Altar bis zur Turmuhr. Während es anderswo zwischen den einzelnen Etappen oft jahrelange Pausen gibt, ging es in Britz hintereinanderweg. "Unser großes Glück war, dass wir in den Staatskirchenvertrag aufgenommen wurden. Das war wie ein Sechser im Lotto", erklärt Pfarrer Lorenz. Dieser Vertrag sicherte nämlich - zumindest für die Hülle - eine kontinuierliche Finanzierung. Eine Finanzierung, die zudem kaum die Kirchengemeinde selbst belastete. Denn die Hülle wurde zu fast hundert Prozent gefördert - dank eines Mixes aus Mitteln von Land, Landkreis, Landeskirche und Kirchenkreis.

Im Juni 2006 startete die Sanierung mit dem Turm, 2007 folgte das Dach des Kirchenschiffes und in diesem Jahr ist schließlich die Fassade des Kirchenschiffs an der Reihe. "Dazu gehören auch die Fenster und Türen, die bereits aufgearbeitet wurden", so der Pfarrer. Derzeit bringen die Handwerker gerade den Sanierungsputz auf. "Die Stuckelemente waren noch recht gut erhalten." Zum Schluss erhalte die Fassade einen neuen Anstrich.

Trotz der Förderung - auch die Kirchengemeinde hatte noch so einiges zu stemmen. Denn die Restaurierung der Turmbekrönung z. B. oder auch die Renovierung des Innenraumes wurden nicht bezuschusst. "Hier waren wir gefordert. Ohne die Unterstützung der Gemeinde Britz sowie des örtlichen Heimat- und Denkmalschutzvereins hätten wir es aber nicht geschafft", räumt Martin Lorenz ein. Hinzu kamen zahlreiche Spenden. Immerhin habe allein die Innenrenovierung rund 45 000 Euro gekostet. Eine Summe, die deutlich zu sehen ist. "Die Kirche ist jetzt viel heller und wirkt dadurch freundlicher."

Märkische Oderzeitung vom 14. Juni 2008

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