BAUEN: Sporen werden jetzt vernichtet

Das Aus für den Schwamm: Kirchensanierung in Vichel geht voran

VICHEL - Drei verschiedene Firmen arbeiten seit einem Monat an der Dorfkirche in Vichel, um das 140 Jahre alte Gotteshaus zu retten. Das Kirchenschiff ist komplett eingerüstet, damit der Dachstuhl abgedeckt und erneuert werden kann. Auch einzelne Abschnitte des Mauerwerks werden von Denkmalpflegern aus Prenzlau ausgetauscht.

Sporen des Hausschwammes sind in den vergangenen Jahren in jede Ritze, in jeden Winkel, in jedes Loch vorgedrungen, um im Innern das zu zerstören, was Experten an der Vicheler Kirche schätzen: die aufwändige Gestaltung und die Detailverspieltheit an den Mauern und Emporen.

"Wir gehen jetzt peu à peu vor", sagt Peter Masloch vom Förderverein der Kirche. Der Verein hatte sich im Januar 2007 gegründet mit dem Ziel, den Verfall der Kirche zu stoppen. Finanziert wird das ehrgeizige Vorhaben nun von der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Temnitz und dem Förderverein, der sich zur Geldbeschaffung an viele Stiftungen gewandt hat.

Für die Beseitigung des holzzerstörenden Pilzes, der nicht nur die Wände und Podeste, sondern inzwischen fast die gesamte Dachkonstruktion zerfressen hat, sind laut Expertenschätzung etwa 140 000 Euro nötig. In den Fundamentsockel der Kirche war Wasser eingedrungen und auch unterm Dach hatte sich Feuchtigkeit gesammelt, was die Ausbreitung des schädlichen Hausschwammes vorangetrieben hat. An einigen Stellen sind die Sporen bis zu einem Meter tief ins Mauerwerk eingedrungen, weiß Peter Masloch. Deshalb werden einzelne Steine herausgenommen, mit Chemikalien getränkt und wieder eingebaut oder komplett ausgewechselt.

Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan. Bis Oktober soll die Sanierung abgeschlossen sein. "Und dann werden neben religiösen Veranstaltungen hoffentlich auch Kunst und Kultur in der Kirche stattfinden", sagt Peter Masloch. (Von Katharina Kastner)

Märkische Allgemeine vom 23. Mai 2008

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