Damit die Kirche im Dorf bleibt

Pfarrer Michael Heise (r.) bei der Enthüllung des Bauschildes 
Freudiger Akt: Pfarrer Michael Heise (r.) bei der Enthüllung des Bauschildes samt Liste der Förderer

Passow Mit einer ganz besonderen Aktion kommt in Passow ein Ziel immer mehr in Sichtweite: die Sanierung der Feldsteinkirche. "Aus 2 mach 3" heißt eine Initiative, die im Jahr 2008 von der Kirchenbaustiftung KiBa (Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland) ins Leben gerufen wurde. Doch um in die Gunst der Unterstützung zu kommen, war zunächst Kreativität gefragt. Denn nur jeder dritte Euro fließt von der KiBa, zwei von dreien muss die Kirchengemeinde selbst akquirieren.

Wie man das schaffen will, erklärte am Sonnabend Pfarrer Michael Heise, als er das Projekt in der Passower Kirche vorstellte. "Wir sind stolz, dass wir die Stiftung mit unseren Ideen überzeugen konnten", sagte er zunächst. Denn immerhin hatten sich 130 Kirchen um die KiBa-Förderung beworben, nur 30 bekamen letztlich die Zusage.

So ist ab sofort jedermann dazu aufgerufen, für 20 Euro einen Zink- oder für 50 Euro einen Kupfernagel zu erstehen. Mit eigener Gravur am Kopf werde dieser dann verbaut, der Spender ist somit in der Kirche verewigt. Mit einer zweiten Aktion richte man sich an die Spender größerer Summen. Bestenfalls sollen deren Kaufurkunden sollen bald die Turmkugel füllen.

"Stoßen Sie doch gleich mit einem Bier mit uns an", verkündete er ein weiteres Projekt. Denn im Passower Getränkehandel gibt es ab sofort ein Kirchenbräu zu kaufen. Dafür hatte die Frankfurter Brauerei ihre Marke hergegeben. 50 Cent des Kaufpreises sollen schließlich der KiBa zukommen, auf dass diese daraus 75 Cent mache. Projekt Nummer vier: Heise verspricht allen Teilnehmern des Osterspaziergangs ein Geschenk von fünf Euro. Natürlich in der Hoffnung, dass das Geld - bestenfalls ein bisschen mehr - schließlich ebenfalls an die Kiba überwiesen werde. Besonders stolz sei er darauf, dass man Jürgen Heise aus Schwedt gewinnen konnte, der eine DVD über die Kirche und die KiBa-Aktion drehen wird. Und: Der ehemalige Ministerpräsident des Landes Manfred Stolpe wird die Texte sprechen. Am 14. Juni ist er vor Ort, wenn die DVD präsentiert und dann für zehn Euro verkauft werden soll.

Am 25. Mai wird der Schwedter Stadtchor ein Benefizkonzert veranstalten. Und schließlich soll am 14. August der Erlös eines Basars, bei dem sich alle Passower beteiligen können, der Kirchensanierung zugutekommen. Die Märkische Oderzeitung veranstaltet zudem eine ihrer Radtouren für die Passower Kirche, das Startgeld geht an die KiBa.

"In zwei oder drei Jahren erscheint die Kirche vielleicht wieder in vollem Glanz", offenbarte Architektin Bettina Krassuski, die das Sanierungsprojekt seit Jahren begleitet. Im vergangenen Jahr hatte man aus Sicherheitsgründen den Turm abnehmen müssen. Doch auch das Kirchendach sei angegriffen. Nach der Erneuerung des Gebälks soll der Turm zum Jahresende wieder oben auf sein. Fördermittel für den ersten Bauabschnitt, 218 000 Euro, stehen bereits bereit. Der zweite Abschnitt, für den Spenden und KiBa-Geld benötigt werden, soll 2009 in Angriff genommen werden.

Freudig feierte man nun den Aktionsbeginn, festlich umrahmt vom Schönermarker Chor.

Märkische Oderzeitung vom 17. März 2008

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