Stüdenitz will Literatur fördern

Kirchenverein schreibt Eva-Hoffmann-Aleith-Preis für jungen Autoren aus

Ralf Wahner, Christiane Möbius und Henning Utpatel werben für den Literatur-Preis 
Ralf Wahner, Christiane Möbius und Henning Utpatel (v.l.) werben für den Literatur-Preis.
Foto: Beckmann

STÜDENITZ - Zumindest in Stüdenitz selbst ist der Name Eva Hoffmann-Aleith für viele Menschen seit langem ein fester Begriff. Der Förderverein für die Kirche des Ortes will das Leben und das Werk der Pastorin und Literatin in weiterem Umfeld und in ganz neuen Kreisen bekannt machen. Doch der Reihe nach.

"Der Förderverein hat sich in den vergangenen Jahren mit sehr materiellen Dingen befasst", konstatiert Ralf Wahner. Es ging um die Sanierung des Gotteshauses. "Zusätzlich wollen wir etwas für die Kultur tun. Wir wollen die Kirche zu einem Ort der Kommunikation und der Auseinandersetzung im positiven Sinne machen." Dabei gehe es nicht um Religion. "Ein Ort ohne Kirche ist nur ein Wohnort, aber kein richtiges Dorf." Pfarrer Henning Utpatel ergänzt: "Ein Ausgangspunkt war in der Kirchengemeinde: Wir haben Fördermittel für die Restaurierung der Kirche bekommen. Jetzt wollen wir auch Leben hineinbekommen und sie nicht ungenutzt stehen lassen."

Und so kam der Wettbewerb "Stärkung der künstlerischen und kulturellen Nutzung der brandenburgischen Dorfkirchen", den der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg kürzlich startete, den Stüdenitzern gerade recht.

Und in Sachen Kunst und Kultur steht im Dorf ein Name ganz oben. "Das, was Frau Hoffmann-Aleith getan und geschrieben hat, war uns ein sehr willkommener Anlass", berichtet Ralf Wahner. Im Verein sei die Idee entstanden im Namen der einstigen Stüdenitzer Pfarrerin und Schriftstellerin einen Literaturpreis zu stiften, und zwar speziell für die ganz jungen Autoren. "Wir wollen den Jugendlichen Brücken bauen zum Verständnis von Literatur zumindest ein kleines bisschen." Und Pfarrer Utpatel betont: "Dass es mit Jugendlichen gemeinsam geschieht, war uns besonders wichtig."

Und so soll es ablaufen: Bis 23. Mai soll jeder, der mitmachen möchte, zwischen zwölf und 21 Jahren alt ist und im Landkreis lebt, Kurzgeschichten, Gedichte oder auch Liedtexte einreichen. Die werden dann von einer Jury bewertet und am Ende in mehreren Kategorien ausgezeichnet. Angedacht sind momentan Sach- und auch Geldpreise.

Hinzu kommen Veranstaltungen wie eine Hoffmann-Aleith-Lesung mit der Bigband der Neuruppiner Musikschule am 23. Mai und natürlich die Preisverleihung Anfang Juli in Stüdenitz.

Als Partner haben die Stüdenitzer unter anderem Deutschlehrer aus der Neustädter Gesamtschule und dem Kyritzer Gymnasium gefunden. Flyer werden demnächst für den Preis werben. (Von Alexander Beckmann)

Märkische Allgemeine vom 25. Februar 2008

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