Erster Schritt ist Schuttberäumung im Kirchenschiff

Finanzierung der Heinsdorfer Kirchenruine noch offen

Die Heinsdorfer Kirchenruine bleibt in der Warteschleife. Das ist das Ergebnis eines Vor-Ort-Termins mit Fachleuten. Ein Sanierungsplan liegt vor, auch der Wille eines Fördervereins zur Sanierung der Ruine. Doch es fehlt an Geld.

Interessierte Bürger sowie Fachleute aus Behörden und Vereinen haben sich an der Heinsdorfer Kirchenruine getroffen 
Interessierte Bürger sowie Fachleute aus Behörden und Vereinen haben sich an der Heinsdorfer Kirchenruine getroffen, um über eine mögliche Sanierung zu beraten.
Foto: Andreas Staindl

Das Finanzierungskonzept ist ein Wunschzettel und von vielen Hoffnungen getragen. 115 000 Euro soll die Sanierung des Glockenturms und des Kirchenschiffs kosten (die RUNDSCHAU berichtete). "Das ist eine grobe Schätzung", sagt Wolfgang Schwarz vom beauftragten Ingenieurbüro in Berlin. "Wir wissen nicht, was uns erwartet, wenn wir die Grundmauern freilegen." Er gehe davon aus, dass der Zustand des Turms im Erdboden ähnlich schlecht sei wie darüber. Welche Kosten allein für die Sanierung des Fundaments anfallen, sei schwer zu sagen. "Die 10 000 Euro, die dem Verein bis jetzt zur Verfügung stehen, werden aber bei weitem nicht reichen", vermutet der Fachmann.

Vereinschef Gerhard Schliebener hofft auf Fördermittel. Doch aus welchen Töpfen? Während des Vor-Ort-Termins vermochte niemand der Anwesenden eine schlüssige Antwort zu geben. Und wenn Fördermittel bewilligt würden, brauche der Verein finanzielle Eigenmittel. Dass Kosten durch Ein-Euro-Jobber gesenkt werden können, schließt Schwarz zumindest für den Glockenturm aus. "Die Rissbildung im Mauerwerk ist problematisch", erklärt er. "Ohne fachliche Begleitung ist eine Sanierung kaum möglich."

An anderer Stelle aber könnten Ein-Euro-Jobber sehr wohl eingesetzt werden. "Um die Schuttberäumung im Kirchenschiff kümmern wir uns", sagt Projektentwickler Peter Wolf. "Die Finanzierung über die Arge ist zu 100 Prozent gesichert." Er könne bis zu zehn Leuten für das Projekt einsetzen. Geschätzte 20 000 Euro spare der Verein durch die Maßnahme, so Wolf.

Zudem bleiben weitere Kosten erspart. "Eine archäologische Begleitung der Schuttberäumung ist nicht erforderlich", erklärt Kreisarchäologe Stefan Pratsch. "Allerdings darf nicht tiefer als Fußbodenniveau gegraben werden." Ursprünglich sollte mit diesen Arbeiten begonnen und anschließend der Turm saniert werden. Wegen der dünnen Finanzdecke und fehlender Fördermittel soll das Ingenieurbüro jedoch zuvor einen Kostenplan für die Turmsicherung erstellen. Denkbar sei, dass anfangs nur ein Teil des Schutts beseitigt werde, um den Glockenturm zu sanieren, so ein Vorschlag.

Sicherer Stand nötig

"Der Turm braucht zuerst einen sicheren Stand", erklärt Wolfgang Schwarz. Er befürchte, dass der Glockenturm einstürzen könne, wenn der Gegendruck durch den Schutt fehle. Das Abrissmaterial des Kirchenschiffs liege seit mehr als 30 Jahren innerhalb der Restmauern und sei mit Mutterboden abgedeckt.

Museum im Turm

Gerhard Schliebener sagt, dass das freigeräumte Kirchenschiff für kirchliche und kommunale Veranstaltungen genutzt werden soll. Im sanierten Turm mit seinen zwei Glocken soll später ein Museum eingerichtet werden. "Die Kirchenruine ist unser letztes Wahrzeichen", begründet der Vorsitzende die Initiative des Fördervereins. "Dass die Bürger hinter uns stehen, beweist ihre hohe Spendenbereitschaft. Sie wollen aber auch sehen, dass es vorangeht", sagt Schliebener.

Realistischer Baubeginn sei etwa in einem halben Jahr. "Bis dahin müssen wir noch reichlich Hausaufgaben machen und Fördertöpfe erschließen", unterstreicht der zuständige Pfarrer Joachim Boekels.

Zum Thema Nächster Treff

Der Förderverein der Heinsdorfer Kirche trifft sich am 4. März um 20 Uhr zur Jahreshauptversammlung in der Gaststätte "Zum Anger" in Heinsdorf. Ab 19 Uhr lädt der Förderverein zu einem öffentlichen Vortrag über die Geschichte und Zukunft der Heinsdorfer Kirche ein. Laut Vereinschef Gerhard Schliebener ist der Eintritt frei.

Von Andreas Staindl

Lausitzer Rundschau vom 13. Februar 2008

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