Enthusiasten und Experten großer Bahnhof an der Ruine

6000 Euro für den Wiederaufbau der Heinsdorfer Kirche gesammelt

HEINSDORF - Große Aufmerksamkeit erfuhr gestern die kleine und ruinierte Kirche auf dem Heinsdorfer Anger. An dem brüchigen Turm und den Mauerresten des einstigen Kirchenschiffes begrüßten der Vorsitzende des Fördervereins zur Sanierung der Kirche Gerhard Schliebener und Vereinsmitglied Pfarrer Joachim Boeckels eine illustre Expertenschar. "Ein Zeichen dafür", so der Vereinsvorsitzende, dass wir mit unseren bisherigen Bemühungen doch etwas bewegt und konkretes Interesse geweckt haben." Nach dem seit vorigem Dezember ein Sanierungskonzept vorliegt, sprachen die enthusiastischen Vereinsmitglieder mit den Experten über Finanzierungs- und die ersten Bauschritte. Mit von der Partie waren unter anderem Sabine Gärtner vom Bauamt der Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, Bernd Jankowski, Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, Kreisarchäologe Stefan Pratsch, Sabine Preuß von der Unteren Denkmalbehörde des Landeskreises Teltow-Fläming und nicht zuletzt Wolfgang Schwarz vom beauftragten Ingenieurbüro für Baustatistik und Sanierungsplanung.

Mit einer gehörigen Portion Stolz in der Stimme erklärte Gerhard Schliebener erst einmal, was sich seit der Vereinsgründung im vorigen Jahr (die MAZ berichtete) getan hat. Besonders hob er die noch laufende Spendenaktion hervor. Seit Oktober seien immerhin 6000 Euro zusammengekommen "vorerst ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte Schliebener, "aber ein Mut machender Beweis dafür, welch großes Interesse übrigens nicht nur in Heinsdorf an der Kirche besteht."

Nicht zuletzt die gestrige Beratung diente dazu, weitere Geldquellen zu erschließen. Immerhin würden allein für einen ersten Bauabschnitt die Sanierung des Glockenturms und der noch vorhandenen Mauern des Kirchenschiffs 115000 Euro benötigt. 3000 Euro wolle die Stadt Dahme zur Verfügung stellen und auch der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg stellt ein Startkapital in Aussicht.

Gesprochen wurde auch über die praktischen Eigenleistungen, die der Verein zum Beispiel beim Schuttausräumen aus dem Kirchenschiff erbringen könnte. Und Vereinsmitglied Günter Niendorf hatte gestern schon einmal alte Biberschwänze mitgebracht, mit denen der Turm eingedeckt werden könnte. "Die hab ich vor Jahren von einem alten Wohnhaus gerettet", erzählt Niendorf und verweist auf die historische Eignung der Dachsteine: "Etwa 200 Jahre sind die alt und außerdem in der damaligen Heinsdorfer Ziegelei gebrannt wenn die nicht auch und wieder für den Kirchturm passen würden..." (Von Matthias Butsch)

Märkische Allgemeine vom 08. Februar 2008

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