Geld für dringende Reparatur

Kehrberger Verein erhielt Fördermittel für den Kirchturm / Wunderknabe-Aufführung geplant

KEHRBERG - Ihrem Ziel, die Kirche in Kehrberg (Gemeinde Groß Pankow) zu sanieren, sind die Mitglieder des Fördervereins wieder einen kleinen Schritt näher gekommen. Dank 5000 Euro, die sie von der Kulturstiftung der Sparkasse erhalten, können in diesem Jahr die notwendigsten Reparaturen am Turm des Gotteshauses gemacht werden. Das ist dringend nötig. "Wir haben Angst, dass sich sonst aus dem Fachwerk Steine lösen könnten und wir die Kirche für Besucher schließen müssten", sagt Irina-Lucia Wilhelm, stellvertretende Fördervereinsvorsitzende.

Ihr Ehemann Reinhard Wilhelm, der ebenfalls in dem Verein Mitglied ist und sich für den Erhalt des Gotteshauses einsetzt, spricht von einer "Notsicherung". Die Liste der Mängel an dem Gebäude ist lang. Der Turm muss grundlegend saniert werden und die Kirche benötigt ein neues Dach. Zudem gibt es Probleme mit dem Mauerwerk des Kirchenschiffes. Ein Ingenieurbüro schlägt vor, die Sanierung in drei Abschnitten zu machen und mit dem Turm zu beginnen. Für all diese Arbeiten hat der Förderverein aber noch kein Geld.

Im vergangenen Jahr ist das Mauerwerk trocken gelegt worden. Reinhard Wilhelm befreite außerdem den Dachboden von Bauschutt. 131Schubkarren voller Müll kamen dabei zusammen. Wilhelm entdeckte bei dem Großputz aber auch Brauchbares, beispielsweise Reste eines alten Patronatsstuhl. Zuletzt fertigte er einen Holzkasten, in dem zwei alte Karten von Kehrberg hängen. Die Karten stellte ein Einwohner des Ortes zur Verfügung.

Für die Pläne des Fördervereins hat der Turm eine ganz besondere Bedeutung. "Wir würden gerne im Raum unterhalb der Glocke eine Ausstellung vom Wunderknaben einrichten", erklärt Irina-Lucia Wilhelm. Johann Ludwig Hohenstein, der 1731 in Kehrberg geboren wurde, soll bereits im zarten Alter von zwei Jahren Menschen per Handauflegen von Krankheiten geheilt haben.

Um den Wunderknaben wird sich in diesem Jahr beim Sommerfest der Kirchengemeinde am 23.August auch eine Aufführung drehen. Der Lindenberger Marionettenspieler Hans Serner bereitet dafür eine szenische Darstellung vor. Puppen werden bei der Aufführung nicht zum Einsatz kommen.

Von Denkmalpflegern erhielten die Kehrberger einen interessanten Hinweis, der die Taufschale in der Kirche betrifft. "Darauf ist das Wappen des spanischen Königshauses abgebildet", sagt Irina-Lucia Wilhelm. Völlig unklar ist, warum sich das Wappen auf der Taufschale befindet. "Wir kennen den Zusammenhang nicht. Vielleicht gibt es eine Verbindung zum Wunderknaben", sagt Irina-Lucia Wilhelm. Der Förderverein will die spanische Botschaft anschreiben und fragen, ob diese mehr wisse.

info Wer den Förderverein unterstützen will, kann sich bei Irina-Lucia Wilhelm melden, 033975/50383. (Von Axel Knopf)

Märkische Allgemeine vom 05. Februar 2008

   Zur Artikelübersicht