Das Kirchenfenster kehrt zurück

In Stavenow wird am 1. März feierlich seine Wiedereinsetzung gefeiert

STAVENOW - Die Sanierung der Kirchenfenster von Stavenow (Gemeinde Karstädt) ist fast abgeschlossen. Am 1.März sollen sie feierlich wieder eingesetzt werden.

Nur noch Restarbeiten sind zu erledigen, dann ist die Restaurierung der Stavenower Kirchenfenster erfolgreich beendet. Das bestätigte auf MAZ-Anfrage Reinhard Leber, der Vorsitzende des Fördervereins "Historisches Stavenow". Stolz ist er darauf, dass es der Verein geschafft hat, dafür 15000Euro aufzubringen.

Als nächstes hat sich der Verein vorgenommen, die Sicherung des Turms der Kirchenruine anzugehen. Die Spitze musste vor einigen Jahren schon aus Sicherheitsgründen abgenommen werden. Leber würde sie nach erfolgter Sicherung wieder gerne aufsetzen lassen, doch sieht er kaum Chancen, das wieder im Original hinzubekommen. Das liegt unter anderem daran, dass viele Originalunterlagen fehlen. Zum Teil sind sie bei einem Brand vernichtet worden. Natürlich soll die Kirche irgendwann auch wieder ein Dach erhalten. Doch wann dies möglich sein wird, steht noch in den Sternen.

Am Sonnabend, 1.März, um 17Uhr soll feierlich die Einsetzung des restaurierten Fensters vollzogen werden, im Beisein von Pfarrer, Bürgermeister und Superintendent. Tags zuvor, am Freitag, 29.Februar, um 19.30Uhr trifft sich der Förderverein "Historisches Stavenow" zu seiner Jahreshauptversammlung in der neu errichteten Blockhütte, die Leber auch als Gewinn betrachtet.

info: Wer historische Unterlagen zur Stavenower Kirche besitzt und zur Verfügung stellen möchte, wende sich an Reinhard Leber, in der Woche unter 07541/904018 oder am Wochenende unter 038797/54966. (Von Bernd Atzenroth)

Fakten zum Kirchenfenster von Stavenow

Das bemalte und bleiverglaste Fenster misst etwa 2,50 mal 3,20 Meter. Es zeigt die Auferstehung Christi.

Den dem Förderverein "Historisches Stavenow" vorliegenden Informationen zufolge handelt es sich um eine Arbeit aus der Quedlinburger Kunstwerkstatt für Glasmalerei und Glasschliff Ferdinand Müller, die einst die große, nach Osten gerichtete Öffnung der rechteckigen Apsis verschloss, die Gutsherr Max Graf von Voß 1906 an die Sta- venower Kirche anbauen ließ.

1972 stellte die Schweriner Denkmalpflege den kunsthistorischen Schatz sicher und er wurde ins Perleberger Museum gebracht, weiß der Perleberger Museumsleiter Günther Seier zu berichten. Wegen der Größe gab es viele Jahre lang keine Ausstellungsmöglichkeit. Erst am Schuhmarkt 1 war Platz, so dass das Fenster ab Juni 1996 gezeigt werden konnte.

Im Dezember 2000 hat das Museum das Kirchenfenster zurückgegeben und die Karstädter lagerten es ein.

Im Juli 2007 holten Mitarbeiter der Firma Glasgestaltung Berlin die Teile des Fensters dort zur Instandsetzung ab. (bib/atz)

Märkische Allgemeine vom 16. Januar 2008

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