Alle Steine auf dem Dach

Mellnsdorfer freuen sich über weiteren Schritt bei der Restaurierung

MELLNSDORF - Das Dach der Kirche Mellnsdorf ist neu gedeckt. Dies ist vor allem der Initiative des Fördervereins Dorfkirche Mellnsdorf zu verdanken.

Der symbolische letzte Stein wurde gestern auf das Dach des Gotteshauses in Mellnsdorf gelegt. Dachdecker Bernd Heßler hatte diese Aufgabe übernommen. Er ist Mitarbeiter der Dachdeckerfirma Steffen Schwarzer aus Morxdorf im benachbarten Landkreis Wittenberg. Das Unternehmen war mit der Vollendung der Dachsanierung beauftragt worden. Damit fand eine weitere wichtige Etappe bei der Sanierung der kleinen Kirche ihren Abschluss.

Rund 13000 "Biberschwänze" wurden in Kronendeckung auf dem Dach insgesamt verlegt. Obwohl es sich um gebrauchte Ziegel handelt, sind sie noch sehr gut erhalten. Hergestellt wurden sie Mitte der 1930er-Jahre und werden nach Einschätzung von Bauexperten noch mindestens eine solche Zeitspanne überstehen. Sie stammen vom Abriss von Gebäuden auf dem ehemaligen Flugplatzgelände in Altes Lager und wurden kostenlos zur Verfügung gestellt. Neu auf dem Dachfirst ist eine kupferne Wetterfahne mit der Jahreszahl 1190. (Von H.-Dieter Kunze)

Ein Stück Identität

Nicht nur die Mitglieder vom Förderverein Dorfkirche Mellnsdorf freuen sich über die Vollendung dieser doch recht umfangreichen Baumaßnahme. Auch für die Mellnsdorfer Bürger und die Bewohner der umliegenden Gemeinden bedeuten die Fortschritte bei der Rekonstruktion des Gotteshauses die Wiedererlangung eines Stückes Identität mit der Heimat. Möglich wurde das vor allem durch das engagierte Wirken des Fördervereins Dorfkirche Mellnsdorf, des Kirchenkreises Wittenberg und besonders der Pastorin Ute Grützke.

Nach der Bauabnahme des Daches kann bald die Rüstung an den Außenwänden abgebaut werden. Doch die Bauarbeiten werden ohne Unterbrechung weitergehen, das Innere des Kirchenschiffes ist ebenfalls eingerüstet, um noch in diesem Monat die Decke aus Holz zu erneuern. Die Bestuhlung wird demontiert und aufgearbeitet. Die während der Baumaßnahmen ausgebaute Orgel wird einer gründlichen Reinigung unterzogen und soll dann wieder erklingen. Weitere Bauabschnitte sind die Erneuerung des Innenputzes, das Verfugen der Fassade, das Anbringen von Holzsprossen an den Schallluken des Turmes sowie die Gestaltung der Außenanlagen.

Kassenturz im ersten Quartal

Abhängig sind all diese Pläne jedoch von der weiteren Finanzierbarkeit. Bisher flossen Mittel aus dem Fonds der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland in Magdeburg, zu der auch die in Brandenburg gelegene Mellnsdorfer Kirche gehört. Finanzielle Unterstützung gaben weiterhin der Kirchenkreis Wittenberg, das Kirchspiel Blönsdorf, der Landkreis Teltow-Fläming, die Gemeinde Niedergörsdorf, der Denkmalschutz sowie der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Bürger der Region trugen ebenso wie Unternehmen aus der Region mit Spenden oder Sachleistungen zum Gelingen des Werkes bei. "Wie und in welchen Zeitabständen es nun weitergeht, wird vom Förderverein mit entschieden. Im ersten Quartal wollen wir jedenfalls erst einmal ,Kassensturzí machen", erklärte Willi Höhne, Vorsitzender des Fördervereins Dorfkirche Mellnsdorf.

Märkische Allgemeine vom 12. Januar 2008

   Zur Artikelübersicht