Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche kommt in Fahrt

Neues Leben im Gotteshaus

Er hat in diesem Jahr so richtig Fahrt aufgenommen: der Wiederaufbau der einstigen Gubener Stadt- und Hauptkirche. Neben dem Start der eigentlichen Sanierungsarbeiten wurden auch intensiv die Bemühungen verstärkt, Geld für das ehrgeizige Projekt zu sammeln.

Blick vom Turm ins Kircheninnere 
Blick vom Turm ins Kircheninnere. Umfangreiche Beräumungsarbeiten wurden dort in diesem Jahr realisiert.
Foto: FOTO-Werner

So kam es am 14. April in der Klosterkirche zu einem ersten Benefizkonzert. Unter dem Motto «Chöre bauen Brücken der Verständigung» wurde es vom Chor «Gloria Domine» aus Gubin und dem Gubener Stadtchor gestaltet. Etwa 200 Besucher erlebten das Konzert, bei dem 1225 Euro und 617 Zloty gespendet wurden. Am 4. Mai folgte eine weitere Benefizveranstaltung: Auf Drehorgeln spielten die Ex-Gubenerin Lydia Küchold und Joachim Petschat vor der Kirchenruine. 202 Euro sowie 138 Zloty kamen dabei zusammen.

Auch bei anderen Anlässen kamen Spenden zusammen, unter anderem 1555 Euro beim Bundestreffen des Gubener Heimatbundes Anfang Mai, 1700 Euro beim Empfang anlässlich des 55. Geburtstages von Handwerkskammerpräsident und Bäckermeister Peter Dreißig, 600 Euro von der Linksfraktion des Bundestages.

Zugleich begannen im Frühjahr die Aufräumarbeiten im Kircheninneren. Polnische und deutsche Arbeitskräfte wirkten dabei gemeinsam. Tonnenweise wurden in den folgenden Monaten Geröll und Schutt entfernt.

Auch das öffentliche Interesse an dem Projekt nahm mehr und mehr zu. 1129,94 Euro und knapp 3700 Zloty kamen als Spenden zusammen, als zum Frühlingsfest das Innere der Kirche für Besucher geöffnet wurde. Rund 750 Gäste wurden an diesem Sonntag gezählt. «Das ist ein ganz fantastisches Ergebnis, eine hervorragende Resonanz» , schätzte Günter Quiel vom Gubener Förderverein ein. Schüler der Europaschule fertigten im Kunstunterricht Visionen zur Rekonstruktion und Neunutzung der Kirche an. Und am 10. Juni schloss sich ein drittes Benefizkonzert in unmittelbarer Nähe der Kirchenruine an – 281,56 Euro und 83,70 Zloty wurden gespendet.

Weithin sichtbares Zeichen des Wiederaufbaus ist die neue Haube, die in etwa 70 Metern Höhe auf dem Kirchenturm thront. Sie wurde am 1. Juni mit einem Kran aufgesetzt.

Ein historischer Tag folgte im dritten Quartal des Jahres, konkret am 26. August. An jenem Tag ging die Kirche als Eigentum vom polnischen Staat an die Stadt Gubin über – eine wichtige rechtliche Voraussetzung für den weiteren Wiederaufbau. Der wird sich, darin sind sich alle Beteiligten einig, noch über Jahre hinziehen. Ziel ist es allerdings, dass schon 2009 erste Großveranstaltungen in der Kirche stattfinden sollen.

Von Thomas Engelhardt

Lausitzer Rundschau vom 28. Dezember 2007

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