Der Traum von neuem Glanz der Gosener Kirche

Erst seit 1914 hat das 1752 gegründete Gosen eine eigene evangelische Kirche. Bis 1895 gingen die Gosener zum Gottesdienst nach Neu Zittau. Aus Zeitdokumenten geht hervor, dass es einen - gescheiterten - Versuch gab, zu erreichen, dass die Kirche zwischen beide Dörfer gebaut wurde. Doch der Gedanke, eine eigene Kirche in Gosen zu haben, ist nie zur Ruhe gekom- men.

1895 wurde in der Dorfgemeinschaft schließlich der Beschluss gefasst zu bauen, aber die Gemeinde war arm. Erst im August 1912 wurde der Grundstein gelegt. Am 26. April 1914 konnte die evangelische Kirche in Gosen - auch dank staatlicher und landeskirchlicher Zuschüsse - eingeweiht werden.

Von ELKE SCHLEGELMILCH

Dorfkirche Gosen - Orgel  
 
Dorfkirche Gosen

Gosen Die Gosener Kirche liegt im Dornröschenschlaf. Davon ist eine Gruppe ortsansässiger Bürger überzeugt, die daran etwas ändern möchte und dafür Mitstreiter ebenso wie Ideen sucht. Die Vision: Die Kirche, die 2014 hundert Jahre alt wird, soll zum Jubiläum in neuem Glanz erstrahlen.

"Dazu braucht unsere kleine Kirchgemeinde unbedingt Unterstützung von außen", sagt Christian Schnuppe, der mit Sabine Haase, und Priska v. Klitzing - alle drei sind Vertreter der Kirchgemeinde Gosen - die Idee hatte, zunächst Verbündete zu gewinnen. "Unsere Kirche ist das größte Denkmal in Gosen! Alle, die Interesse oder Ideen zur Nutzung, Pflege und Renovierung dieses Hauses haben, möchten wir zum 25. Januar um 19 Uhr in den Märkischen Hof einladen", so Schnuppe.

Der Bootsbauer, der sich auch im Gemeinderat engagiert, gerät ins Schwärmen, wenn er Besuchern das Gosener Gotteshaus zeigt. Nicht nur, dass das Gebäude ein für die hiesige Gegend ungewöhnliches Detail aufweist: Der Kirchturm steht neben dem Kirchenschiff. Auch die schöne Innenausstattung hat die wechselvollen schweren Zeiten des 20. Jahrhunderts fast unversehrt überstanden. Der Kirchenraum macht einen ungewöhnlich harmonischen Eindruck. Der Altar wie Kanzel, Kirchgestühl und Sakristei sind aus Holz geschnitzt und bemalt. Auch das Gehäuse der kleinen Orgel auf der Empore stimmt in Dekoration und Farbgebung mit der übrigen Ausstattung überein.

Der Zahn der Zeit hat jedoch Spuren an Fassade und Wänden hinterlassen. Und die alte Heizung müsste wohl überholt werden, meint Christian Schnuppe. Es brauche Geld und Arbeitskraft, um hier etwas zu bewegen. Genauso wichtig seien tragfähige Vorschläge und aktive Mitstreiter für ein reges, nicht allein kirchliches "Innenleben", wie etwa Konzerte und Ausstellungen. Schnuppe ist hoffnungsvoll, dass sich Interessierte finden. "In der Vergangenheit gab es immer wieder Beispiele bürgerschaftlichen Engagements für unsere Kirche." Die erste Probe aufs Exempel für einen Neubeginn sei nun jedoch zunächst der 25. Januar.

Märkische Oderzeitung vom 15. Dezember 2007

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