Neuer Anlauf zur Rettung der Kirche

Förderverein Dorfkirche Dolgelin beschloss Maßnahmen zur Sicherung des Westgiebels und Schutzdachbau

Dolgelin (MOZ) Nachdem sich die Hoffnung auf einen Wiederaufbau der Kirchenruine auf dem Anger zerschlagen hat, will der Förderverein Dorfkirche Dolgelin neu Anlauf nehmen, um die denkmalgeschützte Ruine vor dem endgültigen Verfall zu retten. Die Jahreshauptversammlung des Vereins hat beschlossen, umgehend Maßnahmen zur Sicherung des einsturzgefährdeten Westgiebels einzuleiten und ein Schutzdach zu errichten. Die Mitglieder des Fördervereins hoffen auf einen Kompromiss mit der Denkmalschutzbehörde. Sonst, sagt Vereinsvorsitzende Heike Schulze, ist die Kirche verloren.

Von Ines Rath

 
Einsatz zur Rettung der Dolgeliner Kirchenruine: Die Vorsitzeende des Fördervereins Dorfkirche Dolgelin Heike Schulze und der Kassenwart des Vereins Michael Pfeiffer vor dem einsturzgefährdeten Westgiebel mit den seltenen mittelalterlichen Putzritzzeichnungen.
Foto: MOZ/Ines Rath

Kurz vor dem fünften Jahrestag ihres am Nikolaustag 2002 gegründeten Vereins haben die Mitglieder des Fördervereins Dorfkirche Dolgelin jetzt auf ihrer Jahreshauptversammlung beschlossen: Wir wollen uns auf den satzungsgemäßen Zweck unseres Vereins zurück besinnen, der lautet: Erhalt der Bausubstanz, Errichtung eines Daches und Wiedernutzbarmachung der Kirchenruine.

Drei Jahre haben die inzwischen fast 50 Vereinsmitglieder gebraucht, um das Platzen ihres Traumes vom Wiederaufbau zu "verdauen". Denn 2003 schien im Zuge der Dorferneuerung in Dolgelin die Möglichkeit dazu zu bestehen. "Anfang 2004 lag die komplette Planung für den schrittweisen Wiederaufbau der Kirche vor. Die Kostenschätzung ging von etwa einer halben Million Euro aus, die zu 45 Prozent gefördert werden sollte. "Und auch ein Konzept zur Nutzung durch Vereine und die benachbarte Grund- und Realschule hatten wir erarbeitet", erinnert sich die Vereinsvorsitzende Heike Schulze.

Doch im Sommer 2004 habe es einen generellen Antragsstopp für das Dorferneuerungsprogramm gegeben. Aus der Traum! Fast zeitgleich musste die Kirchengemeinde das Areal absperren, denn der imposante Westgiebel mit den wertvollen mittelalterlichen Putzritzzeichnungen ist einsturzgefährdet. Seitdem hat auch keine Veranstaltung mehr in der Ruine stattgefunden.

Mit großem Interesse haben die Mitglieder des Dolgeliner Fördervereins seitdem andere Projekte zur Sicherung von Kirchen(ruinen) in der Region verfolgt - von Treplin und Hohenjesar bis Altfriedland. Nun wollen sie selbst neu Anlauf nehmen: "Wir wollen eine bezahlbare Minimalvariante zur Sicherung des Westgiebels und für ein Schutzdach", betonen Heike Schulze und der Kassenwart des Vereins, Michael Pfeiffer.

Zunächst gehe es darum, dafür einen Kompromiss mit der Denkmalschutzbehörde zu finden. "Die haben bislang unrealisierbare Forderungen", sagt Heike Schulze. "Wenn es keinen Kompromiss gibt, müssten wir einen Bauzaun um die Ruine stellen - und das wär's dann", so die Fördervereinsvorsitzende. Denn seit Jahren fallen immer mal wieder Steine aus dem Westgiebel.

Der finanzielle Rahmen des Vereins ist begrenzt: Die Gemeinde Lindendorf spart seit drei Jahren jährlich 2500 Euro für die Dolgeliner Kirche an, der Verein selbst hat laut Pfeiffer 6000 Euro aus Spenden, dem Verkauf historischer Postkarten und des jährlichen Dolgelin-Kalenders.

Aus der Geschichte der Kirche

Märkische Oderzeitung vom 27. November 2007

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