Nicht nur ein Sakralbau

Die Sanierung der Liebenwalder Kirche geht in die nächste Phase

JOCHEN HUNG

LIEBENWALDE Schmuck sieht sie aus, die sanierte Kirche in Liebenwalde: Der neue Putz leuchtet, die neuen Fenster scheinen in der Wintersonne. Zwei Bauarbeiter schippen noch den Rest des Bauschuttes weg. Die Sanierung scheint abgeschlossen.

Doch der Schein trügt. "Wir haben noch viel zu tun", sagt Pfarrer Volkmar Gartenschläger. Zwar wurde die Fassade neu verputzt und mehrmals gestrichen, das Turmdach repariert, die Dachbalken des Kirchenschiffs wurden ebenfalls erneuert. Doch das Fundament macht noch Probleme. "Die komplette Sanierung der Außenhülle wird sich wohl noch bis Sommer nächsten Jahres hinziehen", so Gartenschläger. Die Gesamtkosten der Außensanierung betragen 590 000 Euro, dank Födermittel und vieler Spenden hat die Kirchengemeinde den Betrag schon fast zusammen, nur noch 20 000 Euro fehlen zur Fertigstellung.

Eine offenere Kirche

Mit der bisher geleisteten Arbeit ist er jedoch sehr zufrieden. "Es sind noch hier und da kleine Nacharbeiten fällig, aber das ist normal bei solchen Baumaßnahmen." Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sei während der Bauzeit immer sehr gut gewesen, allen Beteiligten sei klar gewesen, dass hier "ein Stück Kultur erhalten wird".

Das neu herausgeputzte Gotteshaus soll, wenn es nach Gartenschläger geht, offener werden: "Die zukünftige Nutzung des Kirchenraumes muss nicht auf Gottestdienste beschränkt sein. Wir sehen die Kirche nicht nur als Sakralbau, sondern auch als Treffpunkt. Warum sollte man sich hier also nicht zu einem festlichen Auftakt treffen, wenn die Stadtverordnetenversammlung tagt?"

Bevor es jedoch dazu kommen kann, wartet im Innenraum der Kirche noch viel Arbeit. Die gesamte Elektrik muss erneuert werden, die Wände könnten einen neuen Anstrich vertragen, eine neue Heizung soll eingebaut werden. Außerdem sollen zwei historische Öfen wieder hergerichtet werden. "Das Gebäude soll den heutigen Bedürfnissen einer Kirchengemeinde angepasst werden", sagt Gartenschläger. Für die Sanierung des Innenraums gibt es jedoch keine Fördermittel, und alle Kosten müssen durch Spenden aufgebracht werden. Vor vier Wochen wurde deshalb ein Spendenaufruf für die letzte Etappe der Außensanierung und die Arbeiten im Innenraum gestartet, 3500 Euro kamen bis jetzt zusammen.

Tatkräftige Helfer gesucht

Man kann aber auch ohne Geld bei der Renovierung der Kirche mithelfen. Beispielsweise werden dringend tatkräftige Helfer für eine Putzaktion im Kirchenschiff gesucht. "Durch die Reparatur der Fenster und die Lagerung der Werkzeuge für die Außensanierung haben sich hier viel Dreck und Staub angesammelt", sagt Gartenschläger. Heute ab 9 Uhr trifft sich deshalb die Gemeinde zum Aufräumen in der Kirche, und jeder Helfer mit eigenem Eimer und Lappen ist willkommen.

Gartenschläger hofft auf viel Unterstützung, denn Eile tut not: Bis zum 25. November soll der Innenraum wieder benutzbar und präsentabel sein. An diesem Tag, dem Totensonntag, wird es den ersten Gottesdienst seit Sanierungsbeginn geben. Außerdem soll bei dieser Gelegenheit der Ältestenrat neu gewählt werden.

Märkische Allgemeine vom 16. November 2007

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