Rasche Rettung

Sanierungsbeginn für die Vicheler Dorfkirche ist für März 2008 vorgesehen

CELINA ANIOL

VICHEL Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, als sich die Vicheler und ihre Freunde als Förderverein zusammentaten. Sie wollten sich für die vom Schwamm befallene Kirche in der Mitte des Dorfes einsetzen. Schon kurz darauf sagte die Kirchengemeinde Manker-Temnitztal rund 100 000 Euro zur Rettung des Gotteshauses zu. Das sind zwei Drittel der gesamten Summe, die für die Sanierung des Hauses benötigt wird. Und schon damals immer noch Anfang 2007 hieß es, der Förderverein strebt den Beginn der Bauarbeiten für das Frühjahr 2008 an.

Jetzt, einige Monate und eine Preisvergabe für die Umtriebigkeit des Vereins später, und kurz vor dem gewünschten Baubeginn verkündet der Verein, dass es im März nächsten Jahres wirklich losgehen soll. Zwar haben die Vereinsmitglieder immer noch nicht die ganze Summe auftreiben können. "Aber wir fangen auf jeden Fall an haben schon angefangen", sagt Claudia Pirch-Masloch, Vize-Vorsitzende des Vereins.

Und tatsächlich: Der Gemeindekirchenrat hat als größter Geldgeber Ende September beschlossen, das Berliner Büro für Architektur, Denkmalpflege und Bauforschung mit der Ausschreibung der Arbeiten in Vichel zu beauftragen. Ende November will er die Leistungsvergabe bestätigen. Anfang Januar wird dann die große Orgel demontiert, weil sie an der Stelle steht, wo der Schwamm am stärksten zugeschlagen hatte. Später soll die Orgel wieder dort zurückkehren.

Bewundernswert ist angesichts dieses Tempos die Ruhe, mit der Claudia Pirch-Masloch über die Sanierung spricht. Bewundernswert, denn noch stehen zwei Zusagen für dringend benötigte Zuschüsse aus. Sowohl bei der Sparkassenstiftung als auch bei der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland wird erst Ende des Jahres über die Vergabe der Mittel entschieden. Ob Vichel dabei ist, steht noch nicht fest trotz "vorsichtiger Signale", wie es die Vize-Vorsitzende ausdrückt. Dass Claudia Pirch-Masloch dennoch so ruhig bleibt, hat mit einem anderen, "ganz starkem Signal" zu tun. Das kirchliche Bauamt gab der Initiative nämlich grünes Licht für den Baubeginn und die Zusicherung, dass es im Notfall einspringen wird.

Außerdem sei das Gotteshaus in einem solch schlimmen Zustand, dass der Verein auf keinen Fall länger zaudern will. "Wenn wir noch länger warten, dann haben wir nichts mehr, was wir retten könnten", sagt Claudia Pirch-Masloch.

Um das Sanierungsbudget zugunsten des Gotteshauses etwas aufzubessern, bietet der Förderverein Vicheler Dorfkirche jetzt einmal im Monat "Kino im Schloss Vichel" an. An jedem dritten Freitag im Monat werden dort Filme zum Nulltarif gezeigt. Spenden für die Bauarbeiten am Schloss und Kirche sind jedoch gern gesehen. Den Anfang macht der dänische Streifen "Babettes Fest" am 16. November.

Zuwendungen sind aber auch an anderen Tagen willkommen. Eingezahlt können sie werden auf das Spendenkonto des Fördervereins bei der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin: Konto 1 720 041 446, BLZ 160 502 02.

Märkische Allgemeine vom 15. November 2007

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