Schön wie am Anfang

Gottesdienst zur Kirchensanierung

KLESSEN "Wir sind zusammengekommen, um gemeinsam zu feiern, weil die Kirche wieder so schön ansehnlich geworden ist." Mit diesen Worten eröffnete gestern Nachmittag Barbara Dirxen, Pfarrerin i.R. aus Berlin, den Festgottesdienst zum Abschluss der Innensanierung der Kleßener Kirche. Zu den vielen Besuchern in der Kirche gehörten die Gemeindekirchenräte aus den Nachbarorten Friesack, Görne und Wutzetz. Der evangelische Kirchenchor Friesack begleitete die festliche Stunde.

Alle Bankreihen waren mit Kerzen erleuchtet, und die Besucher, unter ihnen Helmut Klöft, Superintendent i.R., und Michael Augsten, Bürgermeister der Gemeinde Kleßen-Görne, hatten sich zum stimmungsvollen Beginn des Festgottesdienstes von ihren Plätzen erhoben.

Bei seiner Begrüßung unterstrich Gerhard Garz, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, den besonderen Anlass des Gottesdienstes. In ihrer Predigt ging Barbara Dirxen auf die lange Geschichte der Kleßener Kirche ein, die das Dorfbild seit einigen Jahrhunderten prägt.

Dem ersten evangelischen Kirchenvisitationsprotokoll zufolge stand bereits 1541 im Ort eine Kirche. 1698 bauten sich die Kleßener eine neue Kirche als Fachwerkbau in Saalform. Der 1757 errichtete Turm wurden 120 Jahre später durch einen Turm aus roten Ziegelmauern ersetzt. 1929 musste die baufällige Kirche abgerissen werden. Nach dreijähriger Bauzeit wurde die heutige Kirche mit einem Festgottesdienst eingeweiht.

In den letzten Monaten bekam das Kircheninnere nun einen neuen Anstrich. Karl-Heinz Sandow, Restaurator i.R., zog insgesamt 1200 Meter Linien an Decke und Wänden, die nun zusammen mit den hellen Grundfarbtönen der Kirche wieder einen freundlichen und zugleich anmutigen Anblick verleihen. Die Decke musste zuvor von alter Ölfarbe gereinigt werden. Beim Malern und Saubermachen halfen viele Kleßener. Sie sorgten so unter Federführung des erst zum Jahresanfang gegründeten Fördervereins zum Erhalt der Kleßener Dorfkirche dafür, dass das Gotteshaus sich nun im Inneren wieder in seinen Originalfarben von 1932 zeigt.

Im Anschluss an den Gottesdienst dankten an einer Kaffeetafel im Schloss Kleßen Förderverein, Gemeindenkirchenrat und Kommune den Handwerkern, Architekten, Restauratoren und allen fleißigen Einwohnern, die bei der Kirchenrenovierung Hand angelegt haben.

Der Förderverein selbst sammelte seit Jahrsbeginn rund 18 000 Euro und schaffte damit die finanzielle Grundlage für die Kirchenrenovierung. Wie hatte doch Barbara Dirxen treffend in ihrer Predigt gesagt: "Es kommt auf Menschen an, die mit ihren Herzen dabei sind". In diesem Sinne soll im nächsten Jahr auch noch das äußere Bild der Kirche verschönert werden.

Märkische Allgemeine vom 05. November 2007

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