Engagement für die Kirche

Bürger wollen Klausdorfer Gotteshaus auf Vordermann bringen

THOMAS WACHS

KLAUSDORF Im Bardenitzer Ortsteil Klausdorf soll der betagten Kirche demnächst frisches Leben eingehaucht werden. Diesem Anliegen wollen sich engagierte Bürger aus Klausdorf, Bardenitz und Pechüle nun verstärkt verschreiben. Ihnen schwebt vor, das durch seine Konstruktion aus Fachwerk und massivem Mauerwerk markante Gebäude in der Mitte des rund 75 Einwohner zählenden Dorfes als Ort für verschiedenste Veranstaltungen herzurichten. Derzeit wird die in den Jahren 1918 bis 1920 errichtete Kirche lediglich in regelmäßigen Abständen für Gottesdienste genutzt. Künftig sollen dort Konzerte, Ausstellungen oder einfach nur Begegnungen möglich werden, beschreibt die Bardenitzer Bürgermeisterin Edith Rettschlag die Ideen. Erstmals im Rampenlicht stehen werde die Klausdorfer Kirche demnach zum traditionellen Weihnachtsmarkt. Der war bislang am vierten Advent immer rund um das Pfarrhaus in Pechüle organisiert worden. Kindergarten, Ortsbeirat, Kirchengemeinde sowie die "Keilberger Musikanten" und andere haben bereits ihre Mitarbeit für das gesellige Treiben signalisiert.

Für die Umsetzung der weitreichenden Ideen und die Sanierung des Gebäudes wollen die Aktivisten womöglich einen Förderverein gründen und Kontakte knüpfen, um Geld aquirieren zu können, erzählt Christoph Höhne aus Bardenitz. Wie auch Andreas Bruhns und andere ist er der Ansicht, dass sie "eine Kirche doch nicht kaputt gehen lassen können". Denn der Zahn der Zeit nagt bereits an der Balkenkonstruktion des Gotteshauses, das zuletzt 1984 unter Mithilfe der Dorfbewohner überholt worden war.

Bevor das Kirchengebäude aber überhaupt saniert werden könnte, sind noch knifflige Grundstücksfragen zu klären. Denn das Land, auf dem die Immobilie steht, gehört der Stadt Treuenbrietzen, während das Haus Eigentum der Kirche ist. "Doch die Stadt will das Gebäude nicht haben, die Kirche wiederum nicht das Grundstück kaufen", beschreibt Edith Rettschlag kurz die verzwickte Situation.

Wie die Kirchengemeinde mit ihrem Eigentum umgehen sollte, wird derzeit im Gemeindekirchenrat diskutiert, sagt dessen Vorsitzende Roswitha Briese. In dieser Woche soll es dazu ein Gespräch mit den Klausdorfern und später auch mit der Stadt geben, die bereits einen Vorschlag zur Finanzierung als gemeinsames Projekt gemacht hat.

Dem Kirchengremium wie dem Ortsbeirat und den Bürgern ist an einem Gemeinschaftshaus besonders gelegen, weil ihnen ein in den vergangenen Jahren lieb gewonnener Treffpunkt im Dorf künftig nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Bernhard Knuth möchte nämlich seinen Wohnsitz von Klausdorf nach Beelitz verlegen, wo er ein Geschäft betreibt und auch im Kulturverein stark engagiert ist. Davon hatten in den zurückliegenden Jahren stets auch die Kulturinteressierten aus Klausdorf und Umgebung profitiert. Denn viele der oftmals hochkarätigen und bekannten Künstler und Schauspieler, die Knuth engagierte und persönlich kennt, traten zuweilen auch in seinem privaten Haus in Klausdorf öffentlich auf. "Diese schönen Veranstaltungen", an deren Ausgestaltung oftmals auch die Dorfbewohner beteiligt waren, "würden dann leider wegfallen", bedauert die Bürgermeisterin.

Märkische Allgemeine vom 30. Oktober 2007

   Zur Artikelübersicht