So schön wie vor 75 Jahren

Neuer Anstrich für die Kleßener Kirche

NORBERT STEIN

KLESSEN Im Jahr 1929 musste das baufällige Kirchenschiff in Kleßen abgerissen werden. Nach dreijähriger Bauzeit wurde am 22. Oktober 1932 mit einem festlichen Gottesdienst die Kleßener Kirche wieder eingeweiht. 75 Jahre nach diesem denkwürdigen Ereignis erstrahlt das Kircheninnere nun wieder im neuen, alten Glanz.

Pünktlich zum Jubiläum wurden die Malerarbeiten in der Kirche abgeschlossen. Ein festlicher Gottesdienst am 4.November wird diesem Anlass und natürlich dem Jubiläum gewidmet sein. Für die Renovierung der Kirche in den letzten Wochen wurden die gleichen Farbtöne verwendet, in denen das Gotteshaus auch bei seiner Einweihung gestrichen war. So überwiegen auch heute wieder Kasein- und Leinfarben. Beige und hellgrüne Farbtöne passen sich gediegen der gesamten Kirchenausstattung an.

"Vor allem die Deckensanierung war eine echte Herausforderung", erzählen Gerhard Garz und Bernd Cronjaeger vom Vorstand des Fördervereins zum Erhalt der Kleßener Dorfkirche. Zu DDR-Zeiten war die Decke mit Holzschutzfarbe imprägniert worden. Die Folge war, dass die Ölfarbe immer mehr die Decke durchdrang und viele braune Spuren hinterließ. Doch nun ist wieder alles hell und freundlich.

Das haben die Kleßener vor allem Karl-Heinz Sandow zu verdanken, der die wichtigsten und meisten Malerarbeiten ausführte. Für den Prignitzer kein Neuland. Immerhin war es schon die 20. Kirche, die er renovierte, allerdings die erste als Pensionär. Ausdauer und fachliche Akribie zeigte er vor allem bei der Verzierung der Decke mit acht verschiedenen Linienfarben, die Wände zieren sechs unterschiedliche Linienfarben.

Insgesamt waren es 1200 Meter Linien, die er mit dem Pinsel an einem Lineal entlang zog. Schön ist auch die sternenförmige Deckenverzierung geworden. Beim Streichen der Fenster und anderen Malerarbeiten packten auch Kleßener Einwohner und vor allem Mitglieder des Fördervereins mit an. Von Thomas Trapp, seines Zeichens Restaurator, bekam man ehrenamtliche Beratung. Auch die Zusammenarbeit mit der oberen und unteren Denkmalschutzbehörde sei sehr gut gewesen, meinen Garz und Cronjaeger. Die Kleßener Kirche steht unter Denkmalsschutz.

Mit der Kirchenrenovierung hat der erst zu Jahresbeginn gegründete Förderverein seine erste große Herausforderung erfolgreich gemeistert. Binnen einiger Monate brachte man mit Hilfe von Spenden und Sponsoren 7000 Euro zusammen. Gepaart mit den Kleßener Eigenleistungen schaffte man es so, die für die Renovierung notwendigen 18 000 Euro aufzubringen.

Der Erfolg macht den Machern Mut für weitere Taten. So sollen als nächstes mit Hilfe einer Spende die Winterkirche und der Kircheneingang erneuert werden. Für nächstes Jahr will man dann die Außengestaltung in Angriff nehmen. Auch der Kornleuchter in der Kirche wird wieder restauriert, dank der Unterstützung der Familie Thiedig vom Schloss Kleßen.

Märkische Allgemeine vom 22. Oktober 2007

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