Dachstein Nr. 1000 ist erreicht

Förderkreis der Kirche am Zwischenziel

RATHENOW Der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche hat den 1000. Dachstein "verkauft" und damit sein erstes Zwischenziel auf dem Weg zur Sanierung des Kirchenschiffes erreicht. Es sei an dieser Stelle gleich noch einmal ausdrücklich gesagt, dass der Förderkreis die Dachsteine natürlich nicht wirklich verkauft, sondern lediglich pro Stück eine Spende von zehn Euro einnimmt und dafür eine Urkunde vergibt. "Am Anfang dieses Jahres hatten wir überlegt", erinnert sich Heinz-Walter Knackmuß, der Vorsitzende des Förderkreises, "mit welcher besonderen Aktion wir etwas für das Dach tun können." Und da es immer gut sei, wenn die Leute für ihre Spenden etwas zum Anfassen erhalten, sei man auf die Idee mit den Dachsteinen gekommen.

Zehn Euro pro Ziegel hatte der Förderkreis angesetzt, damit auch Menschen spenden können, die wenig Geld zu ihrer Verfügung haben. Im Februar ging die Aktion los. Gleich die ersten 20 Dachsteine hatte sich der Bismarckturmverein gesichert und dann ging es Schlag auf Schlag weiter. Gestern waren genau 1000 unter die Leute gebracht. "Es ging schneller als gedacht", hat Heinz-Walter Knackmuß dazu gesagt, "wir sind sehr zufrieden." Als theoretisches Ziel sind 50 000 Ziegel ins Auge gefasst. Aber das wird wohl nicht erreicht. Im Jahr 2009 soll die Dachsanierung beginnen, bis dahin soll die Ziegelaktion laufen. Das Geld, das bis dahin zusammen gekommen ist, geht in die Gesamtsumme ein, die der Förderkreis für die Hüllensanierung des Kirchenschiffes dazu gibt: Zu 200 000 Euro hat er sich verpflichtet.

Wie Heinz-Walter Knackmuß sagte, waren davon bis gestern 113 000 Euro beisammen. In diesem Betrag stecken natürlich auch all die Spenden für den Wiederaufbau der Kirche, für die keine Dachstein-Urkunden vergeben wurden. Beim Förderkreis können zum Beispiel ja auch Stifterbriefe, Münzen und Bausteine "erworben" werden. Bekommt der Förderkreis bis zum Beginn der Bauarbeiten seine 200 000 Euro nicht zusammen, wird er für die fehlende Restsumme bei der Volksbank Rathenow einen Kredit beantragen und mit großer Sicherheit auch bekommen.

Für die Sanierung des Kirchturmes, die im September des Jahres 2001 mit mehreren spektakulären Hubschrauberflügen im Wesentlichen abgeschlossen wurde, hatte der Förderkreis bekanntlich 250 000 Euro gesammelt, und als das Vorhaben plötzlich 650 000 Euro teurer wurde als geplant, noch einmal 100 000 Euro dazu geschossen. Diese 100 000 Euro kamen damals auch als Kredit von der Volksbank.

Zu den nunmehr geplanten Arbeiten am Kirchenschiff gehören die teilweise Sanierung und komplette Verstärkung des Dachstuhls, die Eindeckung mit neuen Ziegeln vom Typ Biberschwanz, die Sanierung der Seitenwände und so weit das Geld noch reicht der Beginn des Neueinbaus von Kreuzgewölben. B.G.

Märkische Allgemeine vom 18. Oktober 2007

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