Die Krone sitzt perfekt

Riebener Dorfkirche wurde jetzt mit Kugel und Kreuz komplettiert

ELKE KÖGLER

RIEBEN Mehrere Male ist am Samstag das Kreuz der Dorfkirche in Rieben um wenige Millimeter nach links und rechts gerückt worden. Nach etwa 20 Minuten intensiver Beratung hatten es fünf Männer exakt in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Dann konnten die Löcher gebohrt und das oberste Element des höchsten Gebäudes mit Nieten fixiert werden. "Wenn das Kreuz schief ist, ärgere ich mich darüber ein Leben lang", kommentierte Planer Jürgen Götz das Prozedere in luftigen 30 Metern Höhe.

Mit der Krönung der Riebener Dorfkirche, bei der auf den Kupferhelm des Hauses eine vergoldete Kugel und ein Kreuz aufgesetzt wurden, erhielt das Gotteshaus seine historische Gestalt zurück. "Jetzt ist die Kirche genauso hoch, wie sie sein muss", sagte Götz stolz. Damit die Bauarbeiten des zweiten Bauabschnittes noch vor dem Wintereinbruch beendet werden können, habe er alle Hebel in Bewegung gesetzt. Jetzt muss nur noch das Mauerwerk verputzt und dem Gebäude ein Anstrich verliehen werden.

Die Arbeiten an der Fassade sind aber nicht die letzten Baumaßnahmen, die geplant sind. Der dritte und vierte Bauabschnitt sieht den Innenausbau vor. Im Erdgeschoss soll ein Raum für 250 Besucher mit Orgel sowie eine Teeküche und WCs eingerichtet werden. Im Obergeschoss entstehen zwei Mehrzweckräume für jeweils 25 Personen. Alle Räume können sowohl für kirchliche Zwecke als auch für Veranstaltungen der Stadt Beelitz im 350 Einwohner zählenden Ortsteil genutzt werden. "Das ist ein Pilotprojekt im Land Brandenburg", betonte Pfarrerin Beate Koschny-Lemke.

Ohne die vorgesehene Doppelnutzung hätten die notwendigen 200 000 Euro für die ersten beiden Bauabschnitte nicht aufgebracht werden können, sagte Koschny-Lemke. Bezahlt wurden die Instandsetzungsarbeiten mit Geldern vom Land und Kreis, der Stadt, Sponsoren, der Kirche, der Kiba-Stiftung sowie mit Eigenmitteln. Nur damit war es möglich, das vor mehr als zwei Jahren "stark vom Schwamm befallende Gebäude mit der satteldachförmigen Notabdeckung und den Sonnenblumen, die aus Wänden wuchsen", zu sanieren.

Damit die Menschen die Philosophie der Kirchengemeinde fortsetzen, die die Krone das nächste Mal instand setzen müssen, ist in die Dachkugel eine Schatulle mit wichtigen Zeitdokumenten gelegt worden. Ein Papier appelliert an den heute noch unbekannten Leser, das Haus auf keinen Fall dem Verfall preis zu geben, vor allem aber darin neben kirchlichen auch städtische und örtliche Veranstaltungen zu organisieren. Um die Fertigstellung des ersten und zweiten Bauabschnittes zu feiern, wird der Kirchenkreis Beelitz-Treuenbrietzen im nächsten Jahr ein großes Sommerfest veranstalten, so Koschny-Lemke.

Märkische Allgemeine vom 15. Oktober 2007

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