Fassade oder Fenster

Die Darritzer Kirche hat viele Reparaturen nötig / Benefizkonzert erbrachte knapp 400 Euro

DARRITZ Die Ostwand hat einen Riss, die Bänke sind wurmstichig und das Dach hätte auch eine Reparatur nötig. Es ist schwer, zu entscheiden, wo man bei der mehr als 150 Jahre alten Darritzer Kirche mit Ausbesserungen beginnt. Michael Schebesch, Vorstandsvorsitzender des vor knapp einem Jahr gegründeten Fördervereins zum Erhalt der Darritzer Dorfkirche, würde sich für die Außenwand entscheiden, "damit die Witterung der Kirche nicht mehr so sehr zusetzen kann". Ute Feuerstack, Pfarrerin der Gemeinde, sieht den Holzschutz als oberste Priorität. "Das Holz der Fensterrahmen ist nicht mehr zu gebrauchen. Man kann kaum gegen das Glas drücken, ohne dass eine Scheibe rausfällt", sagt sie.

Kreismusikschuldirektor Harald Bölk, der oft als Organist in den Kirchen unterwegs ist, profitiert bereits von einer großen Erneuerungsmaßnahme, die 2003 noch ohne den Förderverein verwirklicht wurde: die Restaurierung der Hollenbach-Orgel. Auf eben jener spielte Bölk am Sonnabend ein Benefizkonzert. Begleitet wurde er von Karin Burtscher auf der Violine. Burtscher ist die Tochter der Vereinsvorsitzenden Schebesch und derzeit bei ihren Eltern zu Besuch. Wäre sie nur für das Konzert angereist, es wäre ein langer Weg gewesen. Karin Burtscher lebt im österreichischen Bregenz.

Die Probe mit Harald Bölk war deswegen auf ein Minimum reduziert. "Ich habe Stücke rausgesucht, die ich spielen kann, habe es gefaxt und Harald Bölk gefragt, ob er sich damit einverstanden erklären kann", sagt Burtscher, die das Violinespielen studiert hat.

Ein zweistündiger Test in der Kirche am Vormittag musste dann auch schon genügen. Erleichtert konnten die Musiker abends nach dem Konzert aufatmen. Der lange Applaus nach Vivaldi, Schumann, Bach und Händel und die geforderte Zugabe haben bewiesen, dass auch ein über weite Distanzen organisiertes Konzert gut funktionieren kann. Bei Schmalzbroten und Glühwein plauschten Vereinsmitglieder und Darritzer gemütlich weiter und das Sparschwein in Kirchenform füllte sich allmählich.

Michael Schebesch muss sich jetzt weiter mit der Frage nach dem Anfang quälen. 393 Euro sind seit Sonnabend der Startschuss.

Märkische Allgemeine vom 15. Oktober 2007

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