Was im Gubiner Gotteshaus in diesem Jahr noch passieren soll

Schlussspurt in der Kirche

Für den Jahresschlussspurt rüsten sich derzeit die Verantwortlichen für den Wiederaufbau der einstigen Stadt- und Hauptkirche. Bis Ende November sollen noch wichtige Arbeiten zur Sicherung des Gotteshauses ausgeführt werden. Wie es 2008 weitergeht, hängt vor allem von der Finanzierung ab.

Blick von der einstigen Stadt- und Hauptkirche von Gubin nach Guben 
Blick von der einstigen Stadt- und Hauptkirche von Gubin nach Guben. 2008 soll der Turm der Kirche eventuell schon gefahrlos begehbar sein.
Foto: FOTO-Werner

Die Bilanz, die Günter Quiel vom Gubener Förderverein für den Wiederaufbau schon jetzt für die Arbeiten des Jahres 2007 zieht, kann sich sehen lassen. Über 1500 Tonnen Schutt und Geröll seien in den letzten Monaten aus dem Kircheninneren geräumt worden. Die verschiedensten Steine wurden gesichtet und sortiert. Sie sollen bei der Sanierung der Außenwände zum Einsatz kommen. Unter der Leitung von Adam Gorski, Wissenschaftler an der Universität Zielona Gora, seien Grab- und andere Gedenkplatten, die zum Großteil zerstört waren, sortiert und gesichert worden.

Ausgeführt wurde all dies von polnischen Arbeitern und Mitarbeitern der Gubener Beschäftigungs- und Sanierungsgesellschaft (BSG). Von deutscher Seite sind derzeit sieben Arbeitskräfte im Einsatz. Günter Quiel lobt das Team um Bauüberwacher Manfred Seidel und Vorarbeiter Wolfgang Küpper in den höchsten Tönen: źDa wird sehr fleißige Arbeit geleistet.╗

Derzeit beschäftigt sich noch die polnische Firma Kubix mit der Sicherung und Sanierung von Außenwänden, Gewölberesten und Fenstern. Diese Arbeiten sollen, so Jakub Bartczak, auf Gubiner Seite verantwortlich für die Arbeiten, bis November abgeschlossen werden. Allein dafür würden rund 900 000 Zloty (etwa 240 000 Euro) verwendet, die vom polnischen Kulturministerium und der Stadt Guben kommen.

Für das nächste Jahr nennt Günter Quiel vor allem zwei Ziele: das Erstellen einer Konzeption für die Nutzung des Gotteshauses und die schrittweise Sanierung des Kirchturms, sodass dieser 2008 teilweise oder gar komplett gefahrlos bestiegen werden kann. 2009 soll dann der Innenraum ohne Probleme begangen werden können. Ziel sei es nämlich, im übernächsten Jahr die erste Großveranstaltung in der Kirche durchzuführen. Genau dafür ist auch die Konzeption gedacht, denn für derartige Veranstaltungen ist noch vieles zu bedenken. Es gehe vor allem um Fragen der Infrastruktur, beispielsweise die Stromversorgung, aber auch die Frage der Toiletten.

Bauseitig werde man 2008 wahrscheinlich etwas kleinere Brötchen backen. Denn die Frage der Finanzen ist noch nicht beantwortet. Auf der einen Seite müssen neue Fördermittel beantragt werden, auf der anderen Seite, die Quiel als schwieriger einschätzt, geht es um die Co-Finanzierung und die Spenden, die aufgebracht werden müssen. Allein für die Arbeiten am Turm werden nach Schätzungen 2,5 Millionen Zloty benötigt, so Jakub Bartczak. Und auch an den Innenwänden und den Säulen des Hauptschiffes soll es 2008 eigentlich weitergehen. źDas Tempo im nächsten Jahr wird im entscheidenden Maße von der Höhe der Eigenmittel und der Spenden abhängen╗ , blickt Quiel voraus. Und damit die Verantwortlichen in den kommenden Jahren nicht ständig von der Hand in den Mund leben müssten, wäre es ihm wichtig, einen Finanzstock aufzubauen, so Quiel.

Neben der eigentlichen Sanierung laufen aber noch weitere Maßnahmen. Am Freitag, 18 Uhr, wird in der Gubiner Galerie eine Ausstellung eröffnet, in der die Ergebnisse des Mal- und Zeichenwettbewerbs von Anfang September zu sehen sein werden. Ab Dezember wird die Exposition dann im Wilkestift gezeigt. Die ersten Termine für Benefizkonzerte im Jahr 2008 stehen auch schon fest: Am 8. März und 5. April werden sie in der Klosterkirche stattfinden. Noch in diesem Jahr, und zwar im November, werde der Förderverein an der Berliner Straße, Ecke Laternengasse, einen Ausstellungsraum eröffnen. Dort sollen Funde aus dem Innenraum der Kirche, Bilder des Mal- und Zeichenwettbewerbes, aber auch Prospekte über den Wiederaufbau zu finden sein.

Nicht zuletzt bietet der Förderverein DVD, CD, Bücher und anderes zum Kauf an, um so einen Beitrag für die Co-Finanzierung zu leisten. Die Angebote seien durchaus als Geschenke zu Weihnachten denkbar, so Günter Quiel. Nachfragen sind unter Telefon (03561) 68 71 30 03 möglich.

Lausitzer Rundschau vom 10. Oktober 2007

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