Grillsaison im Gotteshaus

Kirchensanierung in Kränzlin bekommt neuen Schwung / Halloweenparty am 31. Oktober

JULIANE FELSCH

KRÄNZLIN Vorne rechts im Kirchenschiff, da kann der Grillstand stehen. Die Getränke werden hinter der Eingangspforte ausgeschenkt. Und die Bierbänke? Dafür ist vorm Altar noch Platz. Keine Angst: Das, was die Kränzliner in ihrer Kirche planen, ist keine Gotteslästerung. Sie wollen das alte Gebäude retten – und verlegen dafür so manche Sause ins Gotteshaus.

Damit’s am Reformationstag auch mit der Andacht und der Halloweenparty klappt, hat der Förderverein Kränzliner Kirche am Sonnabend einen Arbeitseinsatz eingelegt. Der alte Putz an der Nordwand musste dringend runter; den Fußboden haben die Helfer von der gefährlich-glitschigen Schicht befreit. Moos und Unkraut haben sich festgefressen in den Backsteinen – das Kirchenschiff hat nämlich kein Dach mehr.

Seit 1998 kämpft der Verein um den Erhalt des Kirchleins. Mehrere tausend Euro haben die Kränzliner in den vergangenen Jahren für die Bauarbeiten ausgegeben. Schritt für Schritt ging es voran: Die Mauerkronen wurden saniert, das Turmdach erneuert, die Schallluken ausgebessert. Auch für 2007 hatte sich der Verein viel vorgenommen. "Doch der Elan hat gefehlt", sagt Peter Birke, der in grünen Latzhosen steckt und gerade die riesigen Schuttberge hinter dem Altar in eine Schubkarre hievt.

Doch die Monate, in denen scheinbar nichts voranging, sind schon wieder Geschichte. Der Förderverein ist voller Vorfreude: Der marode Ostgiebel kann vielleicht noch in diesem Jahr saniert werden. "Das Kirchenbauamt hat grünes Licht gegeben", bestätigt Birke. Der Kostenvoranschlag ist raus. Genaue Zahlen will der Verein nicht verraten. "Mit den Spenden und Mitteln von der Kirche können wir die Restaurierung finanziell schultern", sagt Bärbel Thiede.

Für 2008 haben sich die Kirchenretter die Sanierung des Turms vorgenommen, auch die Nordwand muss dringend neu verputzt werden. Damit das auch finanziell klappt, lädt der Förderverein am Sonnabend, 20. Oktober, um 17 Uhr zu einem Benefizkonzert mit dem Protzener Posaunenchor ins Freiluft-Kirchenschiff ein. "Unbedingt warm anziehen", rät Bärbel Thiede. Falls es doch regnen sollte, wird das Konzert in eine benachbarte Scheune verlegt.

Märkische Allgemeine vom 08. Oktober 2007

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