Auf die Rückkehr vorbereitet

Im März 2007 wurden in Moskau die sechs noch fehlenden Bleiglasfenster der Marienkirche erstmals nach 62 Jahren deutschen Besuchern gezeigt. MOZ-Chefredakteur Frank Mangelsdorf und Dietrich Schröder konnten die Scheiben sogar fotografieren und brachten somit den Beweis, dass es auch tatsächlich die vermissten Frankfurter Fensterfelder sind, die im Puschkin-Museum lagern, mit an die Oder.

Dass in Moskau jetzt das Gesetz auf den Weg gebracht wurde, das die Rückkehr der Scheiben ermöglichen soll, freut Pfarrer Helmuth R. Labitzke. "Damit steht ein weiteres Signal auf Grün", sagt der Vorsitzende des Fördervereins St. Marien. Jubeln dürfe man aber erst, wenn auch die Duma dem Gesetz zugestimmt habe. Er hoffe sehr darauf, dass dies geschehen werde.

In Frankfurt ist man auf die Rückkehr der Scheiben vorbereitet. Als bekannt wurde, dass diese noch existieren, wurde entschieden, diese nicht zu rekonstruieren. Bis sie nach Frankfurt zurückkehren, sind in der Bilderbibel, den drei Motivfenstern in der Kirche, mit Reprofolien beklebte Scheiben eingesetzt. Die schwarz-weißen Platzhalter sind deutlich als solche zu erkennen.

Zumindest bis diese sechs Felder restauriert sind, bleibt auch die Werkstatt in der Marienkirche bestehen. Sandra Meinung, eine der vier Restauratorinnen, die sich seit 2002 mit der Wiederherstellung der Bilderbibel beschäftigt haben, gestaltet sie derzeit zur Schauwerkstatt um, so dass man ihr später bei der Arbeit zusehen kann.

Genutzt werden soll die Kirche als so genanntes soziokulturelles Zentrum. Damit sind verschiedenste Veranstaltungen möglich. Der Förderverein von St. Marien sieht den Wiederaufbau der Kirche noch lange nicht als abgeschlossen an. Gegenwärtig arbeitet der Verein an einem Glockenprojekt. Ziel ist es, die Mittelglocke, die seit April 2005 vor der Kirche steht, zu reparieren und einen neuen Glockenstuhl nach historischem Vorbild aufzubauen.

Märkische Oderzeitung vom 06. Oktober 2007

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