Förderverein für Sanierung der Kirche gegründet

Heinsdorfer Glocken sollen wieder regelmäßig läuten

Die Glocken im Turm der Heinsdorfer Kirchenruine (Dorfkirche des Monats Oktober 2007) sollen künftig wieder regelmäßig läuten können. Diesem Ziel sind die Initiatoren des Vorhabens jetzt ein gutes Stück näher gekommen. In der Gemeinde Niebendorf-Heinsdorf (Teltow-Fläming) ist der "Förderverein Sanierung Kirche Heinsdorf" gegründet worden.

Sie engagieren sich für die Kirchenruine 
Sie engagieren sich für die Kirchen-ruine: die Gründungsmitglieder des Fördervereins zur Sanierung der Kirche Heinsdorf.
Foto: Birgit Keilbach

"Unsere Erwartungen wurden übertroffen", sagte der zum Vorsitzenden gewählte Dr. Gerhard Schliebener angesichts des Interesses. 30 Bürger waren zur Gründungsversammlung gekommen. 23 stimmten der Satzung zu und trugen sich in die Liste der Gründungsmitglieder ein.

Zweck des Vereins ist laut Satzung «die Förderung kultureller Ziele, insbesondere die Förderung kirchlicher und kultureller Veranstaltungen, sowie die Förderung der Denkmalpflege» . Der Verein will vor allem den Glockenturm sanieren und die Mauer des Kirchenschiffs erhalten. Eine Ausstellung zur Kirchengeschichte im Eingangsbereich des Turmes soll das Vorhaben anschaulich begleiten. Nach der Sanierung der Kirchenmauer sollen im unteren Teil des Kirchenschiffs kulturelle und kirchliche Veranstaltungen stattfinden.

Jeweils einstimmig wählten die Gründungsmitglieder Günter Niendorf und Bernd Machel in den Beirat des Vereins, Heike Krüger zur Schatzmeis terin, Corinna Semrok zur Schriftführerin, Günter Uckro zum Stellvertreter und Dr. Gerhard Schliebener zum Vorsitzenden.

Der Dahmer Stadtverordnete hatte die Vereinsgründung seit Jahresbeginn federführend vorbereitet. Er erläuterte, dass in deren Vorfeld wichtige rechtliche und denkmalpflegerische Gesichtspunkte mit Fachleuten des kirchlichen Bauamtes, eines Ingenieurbüros, des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg sowie des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und des Archäologischen Landesmuseums geklärt worden seien. "Die Kirche ist jetzt in die Denkmalsliste des Landes Brandenburg aufgenommen, das hat uns das Landesamt für Denkmalpflege bestätigt", gab Schliebener bekannt. Rechtlich sei die Kirchenruine Eigentum der evange- lischen Kirche und der Gemeindekirchenrat der Bauherr. Diesen unterstütze der Verein organisatorisch und finanziell, ergänzte er. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg habe dem Verein eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 1500 Euro für eine Sanierungskonzeption zugesagt.Derzeit liege dem Verein ein Angebot für die Erarbeitung einer Sanierungskonzeption für den Glockenturm von einem Berliner Ingenieurbüro vor, informierte Pfarrer Dr. Joachim Bökels. Die Mittelzusage des Förderkreises sei jedoch daran gebunden, dass ein komplettes Konzept für die Sanierung von Turm und Kirchenmauer erarbeitet wird. "Mit dem Gutachten haben wir dann genau vor Augen, was gemacht werden muss, um die Kirchenruine zu erhalten", sagte der Pfarrer. Nach einer ersten Information seitens des Ingenieurbüros soll das Gutachten etwa 2000 Euro kosten, informierte er. Auf Vorschlag der Gründungsmitglieder soll ein zweites Angebot eingeholt werden.

Sie einigten sich auf einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von 2,50 Euro und eine Aufnahmegebühr von fünf Euro. Bafög- und Hartz IV-Empfänger sollen die Hälfte zahlen.

"Die wichtigste Aufgabe für uns besteht darin, neue und vor allem junge Mitglieder zu gewinnen und Eigenkapital für das Sanierungsvorhaben zu sammeln", erklärte Vereinschef Schliebener abschließend.

Lausitzer Rundschau vom 27. September 2007

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